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Transformation hin zu klimaresilienten und ressourcenschonenden Infrastrukturen (TRAFIS)

Transformation hin zu klimaresilienten und ressourcenschonenden Infrastrukturen (TRAFIS)

Das TRAFIS-Projekt untersucht die Entwicklung von klimaresilienten und ressourcenschonenden Infrastrukturen unter Nutzung von Erkenntnissen der Transformationforschung. Im Fokus stehen gekoppelte Infrastrukturen.

Infrastrukturen und Infrastruktursysteme stellen die Grundversorgung einer Gesellschaft sicher und sind ein Spiegelbild des gesellschaftlichen und technischen Fortschritts. Physische Infrastrukturen, z. B. Wasser- /Energienetze und Verkehrsinfrastrukturen wirken auf Umweltqualität und Ressourcenverbrauch, weil sie u. a. Fläche und Rohstoffe beanspruchen und Emissionen verursachen. Infrastrukturen sind jedoch mehr als ihre physischen Funktionen. Sie wirken auf das gesellschaftliche Verständnis, wie bestimmte Dienstleistungen erbracht werden (sollten) und beeinflussen oder führen zu kollektiven Verhaltensmustern. Die "große Transformation" zu einer nachhaltigen Gesellschaft kann daher nur bei einer gleichzeitigen Transformation hin zu nachhaltigen Infrastrukturen gelingen.

Trotz dieser Dimension findet Infrastrukturplanung üblicherweise als Teil klassischer Stadtplanung statt, das Wissen um die Transformation hin zu nachhaltigen Infrastrukturen ist bisher begrenzt. In diese Lücke tritt das TRAFIS Projekt.

Der Transformationsforschung folgend kann man Infrastrukturen in diesem Zusammenhang als Teil eines bestimmten "Regimes" verstehen. Das Regime umfasst u. a. das Geflecht von Regulierung, Infrastrukturen und die Akteure bzw. ihre Handlungen. Die zahlreichen Verbindungen zwischen diesen Teilbereichen des Regimes stabilisieren das Regime in einem bestimmten Entwicklungspfad. Für eine Transformation notwendige Innovationen – mittel oder langfristig ein Regimewandel – entstehen daher (meist) nicht aus dem Regime heraus, sondern in Nischen. In TRAFIS wird unter Nutzung der Transformationsforschung die Nischenentwicklung der gekoppelten Infrastrukturen betrachtet. Dies können beispielsweise Kopplungen von Stoff, Material und Energieströmen sein, aber auch Kopplungen von Informationsströmen.

Charakteristisch ist der partizipative und explorative Prozess von Transformationsprozessen. Die Gestaltung von Infrastrukturen stellt besondere Anforderungen an Transformationsprozesse: Zum einen liegt die Verantwortung für die Bereitstellung von Infrastrukturen meist auf der Regimeebene und der Experimentierraum ist durch die bestehenden strukturellen und institutionellen Systeme eingeschränkt. Einmal gebaut, bringen die gebauten Infrastruktursysteme Lock-in-Effekte und Pfadabhängigkeiten mit sich. Diesen Herausforderungen stellt sich das TRAFIS-Projekt in der folgenden Projektlogik:

  • Die systematische und terminologische Basis bildet das Arbeitspaket 1. Hier erfolgt die Definition des eigentlichen Forschungsgegenstandes "gekoppelte Infrastrukturen" sowie die Entwicklung und erste Erprobung eines Leitbildes für ihre Nachhaltigkeit.
  • In Arbeitspaket 2 werden geeignete Beispiele für erfolgreiche und nicht erfolgreiche gekoppelte Infrastrukturen identifiziert und in Hinsicht auf Erfolgsfaktoren für den Wandel zu nachhaltigen Infrastrukturen analysiert.
  • In Arbeitspaket 3 werden mithilfe von Aktionsforschung Fallstudienuntersuchungen zu ausgewählten Fällen gekoppelter Infrastrukturen durchgeführt. Dies erfolgt an Fällen auf kommunaler und regionaler Ebene, die ein besonderes Potenzial haben, Erkenntnisse über die Transformationsprozesse und detaillierte Einsichten bezüglich der Erfolgsbedingungen zur Umgestaltung von Infrastrukturen zu liefern. Für dieses Arbeitspaket ist das Ecologic Institut hauptverantwortlich.
  • Arbeitspaket 4 greift die Ergebnisse und Erkenntnisse der drei vorangegangenen Arbeitspakete auf und verdichtet dies hin zu definierten Produkten für die Forschungspraxis (Methodenpapier), die Bundespolitik (Policy Paper) sowie die akteursorientierte Bildung und Weiterbildung (Weiterbildungsmodul).

Das TRAFIS Projekt wird durch das Umweltbundesamt gefördert (Forschungskennzahl: 3715 48 102 0).


Finanzierung
Umweltbundesamt (UBA), Deutschland
Partner
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Fakultät 6 - Fachgebiet Stadttechnik, Deutschland
Ecologic Institut, Deutschland
Projektdauer
Januar 2016 bis November 2019
Projektnummer
2582
Schlüsselwörter
gekoppelte Infrastrukturen, nachhaltige Infrastrukturen, Transformationsprozesse, Analyse, Aktionsforschung, Fallstudie, Methodenpapier, Policy Paper, Weiterbildung, Europa