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Klimawandel in der Arktis. Mit IPCC und Polarstern an den Nordpol

Klimawandel in der Arktis. Mit IPCC und Polarstern an den Nordpol

TimeLoc
Unsere Lebensweise in Deutschland bedroht auch die Umwelt in der Arktis

Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Unter der Leitung deutscher Forschungseinrichtungen engagieren sich Forscher aus 20 Ländern im Rahmen der größten Arktis-Exploration aller Zeiten: der MOSAiC Expedition. In einer hochrangig besetzten Abendveranstaltung wurden Forschungsansätze, Erkenntnisse und die neuen Leitlinien der Bundesregierung zur Arktispolitik vorgestellt und diskutiert. Dr. Bausch vom Ecologic Institut führte durch den Abend.

Zur Begrüßung betonte Staatssekretärin Rita Schwarzlühr-Sutter die Bedeutung einer interdisziplinären grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, um die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis richtig zu verstehen und anzugehen. Ein Kurzfilm führte das Publikum dann in die Forschungsmission der MOSAiC-Expedition ein. Katharina Weiss-Tuider präsentierte als Mitglied des MOSAiC-Teams ihre Erfahrungen auf dem Eisbrecher und Forschungsschiff Polarstern. Das MOSAiC-Projekt vereint 20 Nationen und über 90 Institutionen für eine interdisziplinäre In-situ-Erforschung der Arktis. Unter Bezugnahme auf die Fridtjof Nansen Fram-Expedition wurde erläutert, wie das Team ein Jahr lang im Meereis gefangen sein und durch den Arktischen Ozean driften wird. MOSAiC ermöglicht damit eine in diesem Umfang völlig neue Datenerhebung in der Arktis. Erste Eindrücke vor Ort deuten laut Weiss-Tuider bereits darauf hin, dass der Schmelzzustand des Eises noch kritischer ist als angenommen.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis – und die Welt – wurden von Prof. Hans-Otto Pörtner,Co-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe II "Auswirkungen, Anpassung und Anfälligkeiten", angesprochen. Er stellte auch die Ergebnisse der jüngsten IPCC-Sonderberichte. Neben den Folgen des Meeresspiegelanstiegs und möglicher Veränderungen des Jetstreams betonte Prof. Pörtner die Notwendigkeit regionaler Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Er hob auch die sozialen Folgen des Klimawandels hervor.

Im Vorfeld der Podiumsdiskussion stellte Botschafterin Sibylle Katharina Sorg die neuen Leitlinien der deutschen Arktispolitik vor. Diese sind im August von der Bundesregierung verabschiedet worden. Die Leitlinien betonen z. B. die Bedeutung des Verursacherprinzips, des Vorsorgeprinzips, der multilateralen Zusammenarbeit und des Völkerrechts. Darüber hinaus unterstreichen sie die Notwendigkeit von Forschung und Umweltschutzes, z. B. durch erweiterte Schutzgebiete.

Auf dem Podium diskutierten Prof. Pörtner und Botschafterin Sorg mit Rudolf Leisen vom Forschungsministerium  (BMBF), Michael Schäfer von der Umweltschutzorganisation WWF und Martin Weiß vom Umweltministerium (BMU). 

Die Diskussionsteilnehmer begrüßten die Leitlinien zur Arktis in ungewöhnlicher Einmütigkeit. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen im In- und Ausland betont, um die Arktis zu schützen. Prof. Pörtner warnte davor, für den Erkenntnisgewinn zu forschen und darüber das Handeln zu vernachlässigen. Er betonte, dass der Forschungsstand solide genug sei, um zu handeln. Alle Podiumsgäste waren sich einig über die dringende Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen weltweit – und in Deutschland – zu mindern, um die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis – und auf die Welt – zu begrenzen. Die gegenwärtigen Maßnahmen der Bundesregierung wurden von Wissenschaft und Zivilgesellschaft als unzureichend betrachtet. Insgesamt wurde auch die Bedeutung der Kooperation von staatlichen Akteuren und Zivilgesellschaft unterstrichen, um die notwendigen Emissionsminderungen und Anpassungsmaßnahmen erfolgreich umzusetzen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die auch eine soziale Transformation erfordert.

Mit dem Publikum wurde dann noch ein breiter Strauß von Aspekten beleuchtet, wie etwa die potenziellen geopolitischen Folgen der Veränderungen in der Arktis diskutiert, die Rolle von Russlands in diesem Kontext oder auch die Rolle der EU. Noch lange diskutierten die Besucher im Anschluss an die Veranstaltung über einem Glas Wein.

Eingeladen hatten zur Veranstaltung BMBF, BMU, das Auswärtige Amt, das Alfred-Wegener-Institut und das Umweltbundesamt. Ecologic Institut hat sie dabei konzeptionell unterstützt. Gastgeber des Abends war die Vertretung der Freien Hansestadt Bremen.


Veranstalter
Datum
27. November 2019
Ort
Berlin, Deutschland
Sprache
Deutsch
Schlüsselwörter
Klimawandel, Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip, Polarstern, IPCC, Anpassung, MOSAiC-Expedition, Kryosphäre, IPCC-Sonderbericht, Ozeane, Arktischer Rat, Alfred-Wegener-Institut, internationale Zusammenarbeit, Sicherheit, Schifffahrt, Meteorologie, Transformation, Arktis