© Ilka Merbold | CC BY NC
Wissensgrundlagen für eine klimaresiliente Landwirtschaft in Europa
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Der Klimawandel verändert die Bedingungen für die Landwirtschaft in Europa grundlegend. Steigende Temperaturen, immer schwerer vorhersehbare Niederschläge und häufigere Extremwetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen setzen die Nahrungsmittelproduktion zunehmend unter Druck. Besonders deutlich zeigen sich die Folgen in Südeuropa, wo anhaltende Dürren und Wasserknappheit bereits erhebliche Ertragseinbußen verursachen. In West- und Nordeuropa nehmen dagegen die Risiken durch Starkregen und Überschwemmungen zu, die Böden erodieren lassen und landwirtschaftliche Infrastruktur beschädigen können. In Mittel- und Osteuropa beeinträchtigen häufigere Hitzewellen und landwirtschaftliche Dürren zunehmend die Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität.
Klimaresiliente Landwirtschaft setzt an diesen unterschiedlichen Risiken an. Sie verfolgt das Ziel, landwirtschaftliche Systeme widerstandsfähiger gegenüber klimabedingten Belastungen zu machen, ohne dabei Produktivität und Ernährungssicherheit aus dem Blick zu verlieren.
Praktiken für eine klimaresiliente Landwirtschaft
Klimaresiliente Landwirtschaft verbindet drei zentrale Ziele: Anpassung, Produktivität und Nachhaltigkeit. Anpassung bedeutet, die Landwirtschaft besser auf klimatische Schwankungen und Extremereignisse vorzubereiten – etwa durch trockenheitsresistente Kulturpflanzen, ein verbessertes Wassermanagement und moderne Technologien. Produktivität zielt darauf, landwirtschaftliche Erträge auch unter schwierigen Bedingungen zu stabilisieren oder zu steigern. Dazu können beispielsweise Präzisionslandwirtschaft und eine größere Vielfalt der angebauten Kulturen beitragen. Nachhaltigkeit wiederum richtet den Blick auf die langfristigen ökologischen Grundlagen der Landwirtschaft. Bodenschutz, wassersparende Bewässerung und naturbasierte Lösungen sollen natürliche Ressourcen schonen und zugleich die landwirtschaftliche Produktion langfristig sichern.
Unterstützung der europäischen Agrar- und Anpassungspolitik
Das Projekt untersucht, wie klimaresiliente Landwirtschaft die Widerstandsfähigkeit europäischer Agrarsysteme gegenüber klimabedingten Extremwetterereignissen stärken kann, ohne Produktivität und langfristige Nachhaltigkeit aus dem Blick zu verlieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag unterschiedliche landwirtschaftliche Praktiken zur Resilienz in den verschiedenen Klimazonen Europas leisten können. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Bodengesundheit, dem Wassermanagement, der Biodiversität und dem Schutz landwirtschaftlich genutzter Flächen. Untersucht werden außerdem regionale Vulnerabilitäten und Anpassungskapazitäten sowie geeignete Maßnahmen für unterschiedliche Teile Europas.
Fallstudien zeigen, wie Praktiken der klimaresilienten Landwirtschaft bereits umgesetzt werden, und geben Aufschluss über ihre Wirksamkeit, ihre Skalierbarkeit und die Frage, inwieweit sie sich auf andere Regionen übertragen lassen. Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie klimaresiliente Landwirtschaft mit zentralen europäischen Politikrahmen zusammenwirkt – darunter die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel und der Europäische Grüne Deal. Auf dieser Grundlage entwickelt das Projekt Empfehlungen dafür, wie klimaresiliente Praktiken in Europa breiter eingesetzt und stärker in Politik und landwirtschaftlicher Praxis verankert werden können.