Compassion Over Killing, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die illegale Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft, der unerlaubte Umgang mit Abfällen oder Verstöße gegen das Tierschutzrecht gehören weiterhin zu den zentralen Erscheinungsformen von Umweltkriminalität in Deutschland. Umweltstraftaten verursachen erhebliche ökologische Schäden, beeinträchtigen die menschliche Gesundheit und untergraben das Vertrauen in die Durchsetzung von Umweltrecht.
Um eine belastbare Grundlage für Politik, Vollzug und öffentliche Debatten zu schaffen, ist eine kontinuierliche, datenbasierte Analyse von Umweltkriminalität unerlässlich. Vor diesem Hintergrund hat das Ecologic Institut im Auftrag des Umweltbundesamts die Publikation „Umweltdelikte 2024: Auswertung von Statistiken“ erarbeitet.
Systematische Auswertung amtlicher Statistiken
Das Projekt analysiert die Entwicklung und den Stand der Umweltkriminalität in Deutschland im Zeitraum von 2013 bis 2024. Grundlage sind Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sowie der Strafverfolgungsstatistik des Statistischen Bundesamts. Die Auswertung ermöglicht sowohl einen Überblick über langfristige Trends als auch vertiefte Einblicke in einzelne Deliktsbereiche.
Untersucht werden unter anderem:
- die Entwicklung der Fallzahlen von Umweltstraftaten insgesamt,
- die Verteilung auf verschiedene Arten von Umweltdelikten,
- die Aufklärungsquoten im Vergleich zur Gesamtkriminalität,
- mögliche Ursachen für Veränderungen in den Fallzahlen, einschließlich Regelbefolgung, Vollzugskapazitäten und Dunkelfeldproblematiken.
Zentrale Erkenntnisse zur Umweltkriminalität
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der bekannt gewordenen Umweltstraftaten zwischen 2013 und 2024 insgesamt zurückgegangen ist. Gleichzeitig verdeutlichen die Daten, dass bestimmte Deliktsbereiche – insbesondere Straftaten nach dem Tierschutzgesetz, der unerlaubte Umgang mit Abfällen sowie Gewässerverunreinigungen – weiterhin den Großteil der registrierten Umweltstraftaten ausmachen.
Die Analyse weist zudem darauf hin, dass Rückgänge bei den Fallzahlen nicht eindeutig als Erfolg verbesserter Regelbefolgung interpretiert werden können. Auch begrenzte Kapazitäten bei Kontrolle, Strafverfolgung und Vollzug sowie eine hohe Dunkelziffer spielen eine wesentliche Rolle.
Beitrag zur Weiterentwicklung von Umweltpolitik und Vollzug
Mit der Publikation leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur empirischen Fundierung der Umweltkriminalitätsforschung in Deutschland. Die Ergebnisse unterstützen:
- die Bewertung der Wirksamkeit bestehender umweltrechtlicher Regelungen,
- die Identifikation von Handlungsbedarf im Bereich Kontrolle und Vollzug,
- die Weiterentwicklung von Präventions- und Durchsetzungsstrategien im Umweltrecht.
Die Studie knüpft an die etablierte Publikationsreihe „Umweltdelikte“ des Umweltbundesamts an und führt die regelmäßige statistische Berichterstattung zur Umweltkriminalität in Deutschland fort. Mit dem Projekt setzt das Ecologic Institut seine langjährigen Arbeiten zur Analyse von Umweltkriminalität und zur Stärkung evidenzbasierter Umweltpolitik auf nationaler Ebene fort.