Knowledge Development and Application Concerning Costs of Adaptation Compard to Costs of Inaction
- Publikation
- Zitiervorschlag
Neumann, T. et al., 2026, Knowledge development and application concerning costs of adaptation compared to the costs of inaction
Dieser Bericht trägt zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen der Anpassung an den Klimawandel in der Europäischen Union bei. Sein zentrales Ziel ist die Analyse von drei wesentlichen Aspekten: den Kosten der Anpassung an den Klimawandel, den Kosten des Nichthandelns und dem derzeitigen Umfang der Finanzmittel für Anpassungsmaßnahmen. Die Analyse konzentriert sich auf drei klimasensible Sektoren von strategischer Bedeutung für die Wirtschaft und Gesellschaft der EU: Verkehr, Energie und Landwirtschaft.
Die Kosten des Nichthandelns werden anhand bestehender Schätzungen aus vorliegenden Forschungsprojekten bewertet, welche die zu erwartenden klimabedingten Schäden unter verschiedenen Szenarien widerspiegeln. Zur Schätzung der Anpassungskosten wendet das Projekt einen Bottom-up-Ansatz an, der sich auf verfügbare nationale Studien stützt, in denen der sektorspezifische Finanzierungsbedarf für Anpassungsmaßnahmen quantifiziert wird. Anstatt sich auf stark aggregierte Modelle zu stützen, werden bei dieser Methode detaillierte Daten auf Länderebene zusammengestellt und analysiert, sodass lokale Gegebenheiten, Praktiken und politische Rahmenbedingungen genauer berücksichtigt werden können.
Gleichzeitig stößt der Ansatz aufgrund der ungleichmäßigen Datenverfügbarkeit und der Unterschiede in Umfang, Qualität und Annahmen der nationalen Studien an Grenzen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden die nationalen Ergebnisse anhand einer Reihe standardisierter Szenarien und Annahmen kalibriert, um die Vergleichbarkeit zu verbessern. Für Länder, für die keine speziellen Studien vorliegen, werden durchschnittliche sektorspezifische Stückkosten abgeleitet und anhand relevanter Expositionsindikatoren extrapoliert.
Die aktuellen Anpassungsfinanzierungsniveaus werden anhand eines ergänzenden Top-down-Ansatzes bewertet, bei dem mehrere Datenquellen und Annahmen kombiniert werden, um die öffentlichen und privaten Ausgaben zu schätzen.
Die Studie liefert einen EU-weiten, sektorspezifischen Vergleich der Anpassungskosten, der Kosten des Nichthandelns und des tatsächlichen Finanzierungsniveaus. Ihre Ergebnisse bestätigen die Argumente für frühzeitige und entschlossene Anpassungsmaßnahmen: Der jährliche Anpassungsbedarf in den drei Sektoren beläuft sich bei moderater Erwärmung auf mindestens 50 Mrd. EUR und könnte sich bei hohen Emissionsszenarien verdoppeln, während die derzeitige Finanzierung nur einen Bruchteil dieses Bedarfs deckt. Gleichzeitig zeigt die Analyse erhebliche Wissens- und Governance-Lücken auf und unterstreicht die Notwendigkeit einheitlicherer Kostenrahmen und einer verbesserten Nachverfolgung der Anpassungsfinanzierung auf EU-Ebene.