Titelbild © Umweltbundesamt, 2026; Foto © James Baltz, 2026 via Unsplash
Comparison of Downstream Market-based Policies to Reduce Agricultural Emissions
Agri-food Emissions Trading Scheme and Mandatory Climate Standard
- Publikation
- Zitiervorschlag
McDonald, Hugh; Gardiner, Jonathan (2026): Comparison of downstream market-based policies to reduce agricultural emissions. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.
Die Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft bleibt eine große Herausforderung für die Europäische Union. Während die Emissionen in der Gesamtwirtschaft zurückgegangen sind, sind die Fortschritte im Agrarsektor – insbesondere bei Nicht-CO₂-Gasen wie Methan und Lachgas – bislang begrenzt.
Der vorliegende Bericht von Hugh McDonald und Jonathan Gardiner vom Ecologic Institute, der im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, untersucht, wie marktbasierte Politikinstrumente – etwa ein Emissionshandelssystem für die Landwirtschaft – dazu beitragen könnten, diese Lücke zu schließen.
Neue Ansätze zur Reduktion landwirtschaftlicher Emissionen
Der Bericht analysiert drei marktbasierte Politikoptionen, die die Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette dazu verpflichten würden, ihre Emissionen zu reduzieren. Die Maßnahmen, die auf EU-Ebene im Rahmen einer Reihe von von der Europäischen Kommission finanzierten Workshops diskutiert wurden, setzen alle am nachgelagerten Teil der Wertschöpfungskette an:
- ein verpflichtender Klimastandard (Mandatory Climate Standard, MCS) für Verarbeiter,
- ein MCS für den Einzelhandel sowie
- ein Emissionshandelssystem für die Landwirtschaft (Agricultural Emissions Trading Scheme, AgETS) auf Ebene der Verarbeiter.
Diese Ansätze zielen darauf ab, Emissionsminderungen auf landwirtschaftlicher Ebene indirekt anzureizen, indem Unternehmen verpflichtet werden, die in ihren Lieferketten enthaltenen Emissionen zu erfassen und zu reduzieren.
Zielkonflikte zwischen Wirksamkeit und Umsetzbarkeit
Die Analyse zeigt deutliche Zielkonflikte zwischen den verschiedenen Politikansätzen. Ein Standard auf Ebene des Einzelhandels könnte einen großen Teil der Emissionen abdecken, wäre jedoch mit erheblichen Herausforderungen bei Monitoring, Berichterstattung und Verifizierung verbunden. Ein Ansatz auf Ebene der Verarbeiter ist dagegen einfacher umzusetzen, weist jedoch eine potenziell geringere Reichweite auf.
Ein Emissionshandelssystem könnte durch größere Flexibilität und Handelsmöglichkeiten kosteneffizienter sein, erfordert jedoch eine komplexere institutionelle Ausgestaltung.
Impulse für die zukünftige EU-Politikgestaltung
Der Bericht zeigt, dass jede der untersuchten Optionen Stärken und Schwächen aufweist und politische Entscheidungsträger:innen zwischen administrativem Aufwand, ökologischer Wirksamkeit und ökonomischer Effizienz abwägen müssen. Gleichzeitig kommt er zu dem Schluss, dass ein auf Verarbeitungsstufe ansetzender Ansatz vergleichsweise schnell umgesetzt und schrittweise zu einem voll funktionsfähigen Emissionshandelssystem für die Landwirtschaft weiterentwickelt werden könnte.
Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen über CO₂-Bepreisung und andere marktbasierte Instrumente in der Landwirtschaft liefern die Ergebnisse eine fundierte Grundlage für die Bewertung, wie unterschiedliche Ansätze zur Emissionsminderung in diesem Sektor beitragen können.