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Ecosystem-based Adaptation at Tropical Coasts

Foto: Eva Tillmann auf Unsplash, Cover: Bundesamt für Naturschutz (BfN), 2026

Ecosystem-based Adaptation at Tropical Coasts

Stocktake and financing instruments

Publikation
Zitiervorschlag

Federal Agency for Nature Conservation (ed.) (2026): Ecosystem-based adaptation at tropical coasts: Stocktake and financing instruments. Discussion paper. Bonn. 

Tropische Küstenregionen gehören weltweit zu den am stärksten von Klimawandel, Meeresspiegelanstieg und Extremwetterereignissen betroffenen Gebieten. Das aktuelle Diskussionspapier „Ecosystem-based adaptation at tropical coasts: Stocktake and financing instruments“ zeigt, dass ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen (Ecosystem-based Adaptation, EbA) einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Küstenrisiken leisten können. Insbesondere Mangrovenwälder und Korallenriffe reduzieren nachweislich Erosion, Sturmfluten und Überflutungen und bieten gleichzeitig Vorteile für Biodiversität, Fischerei und lokale Lebensgrundlagen.

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass EbA-Maßnahmen besonders dort relevant sind, wo klassische technische Schutzmaßnahmen wirtschaftlich schwer umsetzbar oder gesellschaftlich umstritten sind. Weltweit leben mehrere Millionen Menschen in Küstenregionen, in denen Mangroven und Korallenriffe einen natürlichen Schutz vor klimabedingten Gefahren bieten könnten. Gleichzeitig gelten entsprechende Maßnahmen häufig als „No-Regret“- oder „Low-Regret“-Strategien, da sie unter unterschiedlichen zukünftigen Klimaszenarien positive Wirkungen entfalten.

Erfolgreiche Umsetzung erfordert integrierte Planung

Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass die Wirksamkeit von EbA stark von lokalen ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen abhängt. Faktoren wie Sedimentverfügbarkeit, Zustand der Ökosysteme, Landnutzung oder Governance-Strukturen beeinflussen maßgeblich den Erfolg von Anpassungsmaßnahmen. Besonders wichtig sind eine frühzeitige Einbindung lokaler Akteure sowie die Verknüpfung von Naturschutzmaßnahmen mit räumlicher Küstenplanung und langfristigen Entwicklungsstrategien.

Praxisbeispiele aus Jamaika, Kamerun, Saint Lucia und St. Vincent & den Grenadinen verdeutlichen, dass erfolgreiche Projekte ökologische Wiederherstellung mit lokaler Wertschöpfung verbinden. Dazu gehören etwa Mangrovenrenaturierungen, Korallenaufzuchtprogramme, nachhaltige Fischerei, Ökotourismusangebote oder gemeinschaftsbasierte Umweltkredite. Diese Maßnahmen stärken nicht nur die Resilienz gegenüber Klimarisiken, sondern schaffen zugleich neue Einkommensmöglichkeiten für Küstengemeinden.

Finanzierung als zentrale Herausforderung

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Finanzierung von EbA-Maßnahmen. Obwohl Anpassungsinvestitionen weltweit an Bedeutung gewinnen, besteht weiterhin eine erhebliche Finanzierungslücke. Während die jährlichen Anpassungskosten in Entwicklungsländern bis 2035 auf 310 bis 365 Milliarden US-Dollar geschätzt werden, liegen die aktuellen internationalen Finanzierungsflüsse deutlich darunter. Gleichzeitig fließt nur ein kleiner Teil der naturbezogenen Investitionen in marine und küstennahe Ökosysteme.

Das Papier identifiziert Zuschüsse (Grants) weiterhin als wichtigste Finanzierungsquelle für EbA, insbesondere für Planung, Beteiligungsprozesse und Monitoring. Für eine langfristige Wirkung seien jedoch zusätzliche Instrumente erforderlich. Dazu zählen Mischfinanzierungen (Blended Finance), Blue-Carbon-Zertifikate, Biodiversitätskredite, Zahlungen für Ökosystemleistungen, Community-Eco-Credits sowie parametrische Versicherungen für die schnelle Wiederherstellung von Ökosystemen nach Extremereignissen.

Langfristige Finanzierungsarchitekturen stärken Resilienz

Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Skalierung von EbA nicht allein von zusätzlichen Finanzmitteln abhängt. Ebenso wichtig sind transparente institutionelle Strukturen, langfristige Finanzierungsmechanismen und eine systematische Erfolgskontrolle. Nationale Naturschutzfonds, regionale Biodiversitätsfonds oder innovative Finanzierungsmodelle wie Debt-for-Nature-Swaps können dazu beitragen, Projekte über einzelne Förderperioden hinaus zu sichern. Entscheidend sei, EbA dauerhaft in nationale Anpassungsstrategien und Küstenentwicklungspläne zu integrieren.

Ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen an tropischen Küsten können Klimarisiken wirksam reduzieren und gleichzeitig Biodiversität sowie lokale Lebensgrundlagen stärken.

Kontakt

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Sprache
Englisch
Autorenschaft
Credits

Mitwirkende: 
Johannes Amate Belle, University of the Free State – DiMTEC, Südafrika
Newton Eristhee, Clearcaribbean, St Lucia
Jason Grant, University of the West Indies, Jamaika 
Craig Henry, Saint Lucia National Conservation Fund, St Lucia
Orisha Joseph, Sustainable Grenadines Inc., St Vincent 
Andrew Ross, Seascape Caribbean, Jamaika
Christopher Roy, IUCN, USA 
Lisa Schindler-Murray, Rare Europe, Deutschland 
Camilo Trench, University of the West Indies, Jamaika 
Robert Wild, Mwambao Coastal Community Network, Sansibar 
Thyrza Zoons, Blue Action Fund, Deutschland

Dieser Beitrag baut auf den Beiträgen und dem Fachwissen der Teilnehmenden des TROPICAL ADAPT-Workshops auf. 

Finanzierung
Verlag
Jahr
Umfang
46 S.
DOI
Projekt
Projekt-ID
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Ecosystem-based Adaptation, EbA, Klimaanpassung, Nature-based Solutions, Küstenschutz, Mangroven, Korallenriffe, Klimaresilienz, Biodiversität, Blue Carbon, Anpassungsfinanzierung, Blended Finance, Küstenökosysteme
Tropische Küsten, Subtropische Küsten, Karibik, Saint Lucia, Jamaika, St. Vincent und die Grenadinen, Kamerun, Madagaskar, Mosambik, Tansania, Südafrika
Literaturreview, Fallstudienanalyse, Stakeholder-Workshop, Monitoring und Evaluation, Ökosystemrestauration, Risikobewertung, Finanzierungsanalyse, Governance-Analyse