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Analyse der Wettbewerbssituation und des Carbon Leakage Risikos der europäischen Industrien

Analyse der Wettbewerbssituation und des Carbon Leakage Risikos der europäischen Industrien

Unterschiedlich ambitionierte Klimaschutzbemühungen  werden von Unternehmen in ambitionierteren Ländern oft als Wettbewerbsnachteil empfunden. Das Risiko, dass Unternehmen durch asymmetrische Klimaschutzbemühungen Marktanteile verlieren, oder dass Neuinvestitionen in ambitionierten Ländern zurückgehen, wird als "carbon leakage" bezeichnet. In diesem Projekt prüfen Ecologic Institut, Öko-Institut und CE Delft, wie sich neue Entwicklungen in der Klimapolitik auf die etablierte carbon-leakage-Diskussion auswirken, und welche politischen Maßnahmen nötig sind, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Die politische und wissenschaftliche Diskussion um Carbon Leakage reicht mehr als ein Jahrzehnt zurück. In der jüngeren Vergangenheit haben sich jedoch einige Entwicklungen ergeben, die dazu Anlass geben, Grundannahmen der Carbon-Leakage-Diskussion zu überdenken. So hat einerseits die EU ihre Klimaschutzpolitik fortentwickelt, insbesondere durch die beschlossenen Reformen des EU-Emissionshandels ab 2020. In der Folge dürfte der CO2-Preis in der EU steigen, und die kostenlose Zuteilung für Unternehmen tendenziell zurückgehen, und stärker von Produktionsvolumen abhängen. Andererseits haben sich, nicht zuletzt in Folge des Pariser Abkommens, zahlreiche Länder weltweit  einer ambitionierteren Klimaschutzpolitik verpflichtet – bis hin zu der geplanten oder vollzogenen Einführung von Emissionshandelssystemen oder Kohlenstoffsteuern in Ländern wie China, Südkorea, Mexiko, Kanada, Chile oder Südafrika.

Dieses Projekt soll untersuchen, wie sich solche Entwicklungen auf das tatsächliche Carbon-Leakage-Risiko Europäischer Unternehmen und Standorte auswirken. Ziel ist es, zentrale Annahmen in der Leakage-Diskussion kritisch zu überprüfen und neue Wege aufzuzeigen, wie unter sich ändernden Rahmenbedingungen neu über Carbon Leakage nachgedacht werden kann – und wie diese Überlegungen sich ggf. in konkrete Politikmaßnahmen übersetzen lassen. Mit diesem Projekt unterstützt das Ecologic Institut die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) bei der Weiterentwicklung des Emissionshandelssystems der Europäischen Union. Das Ecologic Institut leitet das Projekt und bearbeitet es in Kooperation mit dem Öko-Institut und CE Delft.

Die Bearbeitung des Projektes erfolgt in folgenden Schritten:

  • Darstellung der aktuellen empirischen Erkenntnislage zu Carbon Leakage im Rahmen des EU ETS
  • Definition und Operationalisierung des Carbon Leakage-Risikos
  • Analyse der derzeitigen Klimapolitiken in den wichtigsten Handelspartner-Ländern der EU und dessen Relevanz für die Einschätzung des Carbon Leakage-Risikos.
  • Analyse der Auswirkungen der Zuteilung von Emissionszertifikaten auf die Carbon Leakage-Risiken in der 4. Handelsperiode des EU ETS.
  • Szenarienanalyse zur Betrachtung erwartbarer Konstellationen künftiger Klimaschutzpolitik in Partnerländern und ihrer Auswirkungen auf das Carbon Leakage-Risiko der EU-ETS Sektoren.
  • Verwertung der Projektergebnisse in Form einer fachlichen Diskussion.

Funding
Umweltbundesamt (UBA), Germany
Partner
Partner
Öko-Institut, Germany
CE Delft, Netherlands
Duration
October 2017 to May 2020
Project ID
3525
Keywords
Kohlenstoff, Industrie, Analyse, Europa