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Ein Versprechen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Wasserbewirtschaftung zwischen polnischen und russischen Behörden

Ein Versprechen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Wasserbewirtschaftung zwischen polnischen und russischen Behörden

Timeloc
15. Oktober 2017
Olsztyn
Polen
Grit Martinez: "Nährstoffeinträge sind ein kulturpolitisches Thema."

Die Ostsee gehört aufgrund eines mangelhaften Land- und Wassermanagements zu den am stärksten verschmutzten Gewässern der Welt. Die Wasserressourcen in der Ostseeregion liegen häufig grenzüberschreitend und fließen über nationale Grenzen hinweg, wodurch Nachbarländer in Management- und Entwicklungsfragen verbunden werden. Nach vielen Jahren des Schweigens zwischen polnischen und russischen Behörden fand unter der Leitung des Ecologic Instituts ein Treffen der regionalen Wasserbehörden aus Olsztyn (Polen) und Kaliningrad Oblask (Russland) in Ostpolen statt. Der Workshop fand im deutsch-polnischen Jugendzentrum in der historischen Stadt Olsztyn (auch Allenstein genannt) statt.

Die Łyna - Lava ist ein Fluss, der die nordpolnische Woiwodschaft Ermland-Masuren und das russische Kaliningrad durchfließt. Mit einer Länge von 270 km und einem Einzugsgebiet von mehr als 7.000 km² ist der Fluss eine wichtige grenzüberschreitende Wasserscheide in den Ostseeregionen.

Während des Workshops wurden die wichtigsten Fragen bezüglich der grenzüberschreitenden Bewirtschaftung des Łyna / Lawa-Flusses von polnischen und russischen Teilnehmern konstruktiv diskutiert. Mithilfe der Worldcafé-Methode fokussierten sich die Teilnehmer auf die drängendsten grenzüberschreitenden Fragen. Thematisiert wurden Anreize, Mechanismen und Wege zu einem verbesserten Monitoring der Wasserqualität des Łyna / Lawa-Flusses und zur Verbesserung der Kommunikation zwischen russischen und polnischen Behörden. Eines der Hauptprobleme wurde in der mangelnden Zusammenarbeit zwischen polnischen und russischen Behörden auf regionaler Ebene gesehen, während die alltägliche Routine auf lokaler Ebene über Grenzen hinweg zu funktionieren scheint. Es wurde festgestellt, dass insbesondere die Abteilungen für Umweltschutz auf regionaler und nationaler Ebene Hindernisse für eine Zusammenarbeit geschaffen haben.

Die Workshop-Teilnehmer/innen aus regionalen und lokalen Wasserbehörden und Kommunen, Serviceabteilungen, Umweltagenturen sowie Wissenschaftlern äußerten die Notwendigkeit, die Beziehungen zwischen den Umweltverwaltungsinstitutionen Russlands und Polens zu vertiefen. Als positives Beispiel wurde die russisch-litauische grenzüberschreitende Wasserkooperation genannt. Es wurde vorgeschlagen, die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Russland und Polen anlehnend an die guten Beispiele zu verbessern, die bereits bei der lokalen Zusammenarbeit am Łyna – Lava Fluss gesammelt wurden.