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Die internationale Dimension der Energiewende

Die internationale Dimension der Energiewende

TimeLoc
19. Januar 2018 bis 21. Januar 2018
Berlin
Deutschland
Brauchen wir den Kohleausstieg und einen Systemwandel, um nachhaltig zu leben?

In einer Zeit der Turbulenzen und des Wandels in der EU stellte der Tönissteiner Kreis seine Jahrestagung unter den Titel "Grüne Brücken für die Zukunft – Europäisch gestalten". Im Rahmen dessen diskutierte Dr. Camilla Bausch (Ecologic Institut) mit Graeme Maxton (Generalsekretär des Club of Rome), Martin Kaiser (Geschäftsführer Greenpeace Deutschland) und Dr. Markus Hartwig (Unternehmer für grüne Energie) über die Energiewende, ihre Zukunft und ihre grenzüberschreitende Einbettung.

In seiner Keynote argumentierte der Bestsellerautor Graeme Maxton, dass der Bericht des Club of Rome von 1972 "Die Grenzen des Wachstums" auch heute noch Gültigkeit hat. Mit Blick auf langfristige Trends wie Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum und Konsum warnte Maxton, dass wir mit unserem derzeitigen ökologischen Fußabdruck die "Tragfähigkeit" unseres Planeten deutlich überschreiten. Als Symptom für dieses Problem stellte er den Klimawandel mit seinen aktuellen Auswirkungen (z.B. Anstieg des Meeresspiegels sowie zunehmende Migration) heraus. Laut Maxton ist unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem eines der Hauptprobleme in diesem Zusammenhang. Er wies jedoch als Ausweg auf die Stärke kollektiven Handelns hin, durch welches das System zu verändern wäre, um damit zu einer nachhaltigen Lebensweise und Verteilungsgerechtigkeit beizutragen.

Auf die Keynote folgten die Ausführungen von Martin Kaiser und Markus Hartwig.

Kaiser, der über umfangreicher Erfahrungen im Bereich der Kampagnenarbeit verfügt, und Hartwig, der viele Jahre für Unternehmen wie Vattenfall gearbeitet hat, nahmen Maxtons Ausführungen als Grundlage, um den Status Quo sowie die Perspektiven der deutschen Energiewende zu diskutieren. Sie stimmten in ihrer Unterstützung der Ziele der Energiewende sowie ihrer europäischen Einbettung überein. Kontrovers hingegen diskutierten sie die Rolle des Kohleausstiegs angesichts von Zielen wie Energieunabhängigkeit und einer sauberen Energieversorgung.

Es folgte eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum, d.h. mit Expterten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Der Austausch war vielschichtig und kontrovers und berührte Themen wie Energieeffizienz, dezentrale Systeme, CO2-Abscheidung und -Speicherung, Preise und die Rolle des Staates. Es wurden auch Fragen der Verantwortung von Einzelpersonen und Unternehmen aufgeworfen. Ein Teilnehmer schlug vor, dass der Tönissteiner Kreis klimaneutral werden sollte – eine Idee, die unter den lachenden Anwesenden viel Unterstützung fand.

Dr. Camilla Bausch moderierte die Veranstaltung und brachte ihre eigenen Erfahrungen aus rechtlicher und Governance-Perspektive ein.

Der Tönissteiner Kreis ist ein Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein starker internationaler Hintergrund und Interesse an internationalen Angelegenheiten. Seit 60 Jahren organisiert der Tönissteiner Kreis Veranstaltungen und Debatten, Studienreisen und Projekte, die eine internationale Perspektive und eine Willkommenskultur in Deutschland fördern.