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Vom Wissen zum Handeln: Globaler Klimaschutz und lokale Aktion

Vom Wissen zum Handeln: Globaler Klimaschutz und lokale Aktion

TimeLoc
21. November 2018
Stuttgart
Deutschland
"Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden" – Hans Jonas

Inwiefern ist das Pariser Abkommen für Personen, die im Bausektor tätig sind, relevant? Was können und sollten Architekten, Energieberater oder Installateure zur Erreichung der Ziele dieses internationalen Klimaabkommens beitragen? Dr. Camilla Bausch vom Ecologic Institut versuchte in ihrer Keynote Speech vor 500 Experten auf der Jahrestagung "Herbstforum Altbau" in Stuttgart eine Brücke zwischen der internationalen und der lokalen Ebene zu bauen.

Die Menschheit überschreitet derzeit mit ihrer Lebensweise die planetarischen Grenzen. Der IPCC-Sonderbericht 2018 über die Auswirkungen der globalen Erwärmung über 1,5°C hat die Dringlichkeit des Klimaproblems nochmal deutlich unterstrichen. Die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in das Klimasystem wurden beispielsweise durch den Anstieg der globalen Mitteltemperatur um etwa 1 Grad Celsius belegt. Die IPCC stellt fest: "Viele Land- und Meeresökosysteme … haben sich bereits durch die globale Erwärmung verändert."

Das Paris Abkommen definierte 2015 endlich das konkrete Ziel der internationalen Klimaschutzbemühungen: ".... den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und die Bemühungen fortzusetzen, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen." Ein starker Ruf nach einer nachhaltigen Zukunft wurde auch in der Globalen Agenda 2030 mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) formuliert. Alles deutet jedoch darauf hin, dass die Welt sich nicht auf dem richtigen Pfad befindet, um die Temperatur in den selbstgewählten Grenzen zu halten. Und das, obwohl große Teile der Lösung technologisch bereits verfügbar und wirtschaftlich machbar erscheinen.

Mit Blick auf die sektorspezifischen Klimaschutzbeiträge, die Deutschland benötigt und versprochen hat, spielt der Bausektor eine entscheidende Rolle. Er hinkt jedoch bei der Erreichung der von der Bundesregierung gesetzten Ziele hinterher. Viele der notwendigen Maßnahmen existieren in einem Spannungsfeld, das kurzfristige und langfristige Interessen, individuelle, institutionelle und strukturelle Hindernisse, Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und Zukunftsängste umfasst. Daher muss ein zukunftsweisender Weg, so Dr. Bausch, von Vielfalt, Kooperation und adaptivem Lernen geprägt. Alle Ebenen der Gesellschaft müssen dazu beitragen.

Dies wurde auch bei den Pariser Verhandlungen und deren Ergebnissen deutlich. Die Rolle lokaler Akteure und der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen im Kampf gegen den Klimawandel wurde nicht nur hervorgehoben, sondern sogar als eine wichtige Säule der gesamten Verhandlungen definiert. Nichtstaatliche Akteure kamen zu Tausenden nach Paris, um ihre Beiträge hervorzuheben und bei den Verhandlungen mit zu diskutieren. Diese Akteure sind entscheidend für die Gesamtdynamik und den Erfolg des Klimaschutzes auch auf nationaler und subnationaler Ebene.

Das Herbstforum Altbau ist eine jährliche Fachtagung für energetische Sanierung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich. 2018 war die 20. Wiederholung der Konferenz. Während der ganztägigen Konferenz sprachen Experten zu Themen wie Effizienz und Innovationen in der Heiztechnik, dem kulturellen Wandel im Bauwesen und darüber hinaus, zu Aspekten der ökologischen Sanierung und zu Passivhäusern.

Organisiert wird die Konferenz von Zukunft Altbau, einer Informationsplattform zur Verbesserung der Energiebilanz von Gebäuden, einschließlich alter und historischer Gebäude, durch intelligente und innovative Renovierungen. Unterstützt wird die Plattform vom Umweltministerium Baden-Württemberg.

Sehen Sie hier die Keynote von Dr. Bausch:

Links zu allen weiteren Vorträgen finden Sie auf der Veranstaltungswebsite.