Weiterentwicklung des "Monitoringsystem Bioökonomie" unter besonderer Berücksichtigung von Aspekten des vorsorgenden Umweltschutzes
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Best, Aaron et al. 2025: Weiterentwicklung des "Monitoringsystem Bioökonomie" unter besonderer Berücksichtigung von Aspekten des vorsorgenden Umweltschutzes. Abschlussbericht. Umweltbundesamt: Dessau-Roßlau.
Vor dem Hintergrund der neuen deutschen Bioökonomiestrategie (BMEL & BMBF 2020) zeigt diese Studie, wie ein Monitoringsystem ausgestaltet sein muss, um zu beurteilen, ob die Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft im Einklang mit Nachhaltigkeitszielen und dem Schutz natürlicher Systeme erfolgt. Der Bericht richtet sich an Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit und bündelt die zentralen Ergebnisse und Empfehlungen der mehrjährigen Projektarbeit.
Monitoringlücken und Umweltherausforderungen
Die Analyse bestehender Monitoring- und Indikatorensysteme auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene zeigt: Zentrale Umweltaspekte der Bioökonomie werden bislang nur unzureichend erfasst. Besonders deutlich wird dies bei Biodiversität und Ökosystemgesundheit, nachhaltigen Biomassepotenzialen, räumlich differenzierten Landnutzungsdaten, Umweltwirkungen in Exportländern sowie indirekten Landnutzungsänderungen. Expert:inneninterviews bestätigen diese Lücken und unterstreichen die Notwendigkeit, bioökonomische Entwicklungen stärker in Bezug zu planetaren Grenzen, regionalen Belastungsgrenzen und möglichen Zielkonflikten zu setzen.
Konkrete Indikatorvorschläge für vorsorgenden Umweltschutz
Aufbauend auf dieser Bestandsaufnahme entwickelt das Projekt einen Katalog von Ansätzen und Indikatoren, die das bestehende Bioökonomie-Monitoring ökologisch vertiefen können. Dazu zählen unter anderem Indikatoren zu nachhaltigen Biomassepotenzialen, potenziellem Biodiversitätsverlust, räumlicher Darstellung von Landnutzungsänderungen, zirkulärer Nutzung biogener Materialien sowie Schadstoff- und Feinstaubemissionen der Bioökonomie. Ergänzend werden systemische Lebenszyklusanalysen, die Orientierung an planetaren Grenzen sowie die Weiterentwicklung des Fußabdruckansatzes diskutiert. Alle Vorschläge wurden entlang der RACER-Kriterien bewertet und in einem Expertenworkshop weiter geschärft.
Sieben Handlungsfelder für ein zukunftsfähiges Bioökonomie-Monitoring
Der Bericht bündelt seine Ergebnisse in sieben Handlungsfeldern für Politik und Monitoringpraxis. Empfohlen werden unter anderem: ein umfassenderes, mehrschichtiges Monitoringkonzept, das vorsorgenden Umweltschutz ausdrücklich berücksichtigt; die Definition quantitativer Nachhaltigkeitsziele für Biomassenutzung; die Ergänzung des fußabdruckbasierten Ansatzes um weitere Umweltindikatoren; eine stärkere räumliche Differenzierung zur Identifikation von Hotspots; die Integration von Szenarien und "hypothetischen Belastungsindikatoren"; eine engere Verzahnung mit anderen Strategien und Monitoringrahmen (z. B. EU-Bioökonomie, Agenda 2030, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft) sowie die gezielte Bearbeitung identifizierter Forschungslücken. So zeigt der Bericht konkrete Wege auf, wie das Bioökonomie-Monitoring dazu beitragen kann, die Transformation zu einer biobasierten Wirtschaft ökologisch tragfähig zu gestalten.