Building Resilient Pelagic Fisheries in the Marine SABRES Arctic Northeast Atlantic Demonstration Area
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Kopke, K., Rybicki, S., Fitzgerald, E., Weissang, T., Woods, P., Laksá, U., Carlsdóttir Olsen, M., Asif, F., Ólafsdóttir, A.H., Ekstedt, J., Chambers, C., Raakjær, J., Power, O.P., Kroos, F., 2025. Marine SABRES Policy Brief Issue 2: Building Resilient Pelagic Fisheries in the Marine SABRES Arctic Northeast Atlantic Demonstration Area. European Union’s Horizon Europe research and innovation programme under grant agreement no. 101058956.
Pelagische Fischbestände wie Makrele, Hering, Blauer Wittling und Lodde gehören zu den wirtschaftlich bedeutendsten Ressourcen des Nordostatlantiks. Sie sichern Einkommen und Arbeitsplätze in Island, auf den Färöer Inseln und in Grönland und leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig erschweren klimabedingte Veränderungen der Wanderbewegungen dieser Fischarten ein nachhaltiges Management. Da die Bestände zunehmend mehrere Ausschließliche Wirtschaftszonen (AWZ) durchqueren, geraten bestehende Quotenregelungen an ihre Grenzen. Streitigkeiten über Fangrechte zwischen den Küstenstaaten führen dazu, dass die Gesamtfänge häufig über den wissenschaftlich empfohlenen Grenzen liegen.
Marine SABRES entwickelt sozial-ökologische Managementansätze
Das EU-geförderte Forschungsprojekt Marine SABRES untersucht diese Herausforderungen im Demonstrationsgebiet Arctic Northeast Atlantic. Ziel ist die Entwicklung eines praxisnahen sozial-ökologischen Systems (Simple Socio-Ecological System, sSES), das ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren gemeinsam berücksichtigt. Hierzu werden Wissenschaft, Politik, Fischerei, Industrie sowie lokale Akteure in Interviews und Workshops eingebunden. Mithilfe von Kausaldiagrammen und iterativ weiterentwickelten Modellen werden Zusammenhänge zwischen Fischbeständen, Klimawandel, Governance und wirtschaftlichen Interessen analysiert und mögliche Zukunftsszenarien bewertet.
Adaptive Quoten und internationale Zusammenarbeit als Schlüssel
Aus den bisherigen Arbeiten leitet das Projekt mehrere Handlungsempfehlungen ab. Im Mittelpunkt stehen flexible Quotenregelungen, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der tatsächlichen Verteilung der Fischbestände orientieren. Gleichzeitig empfehlen die Forschenden verbindliche internationale Abkommen mit Mechanismen zur Konfliktlösung und Durchsetzung gemeinsamer Entscheidungen. Ergänzend soll die Integration von Klimadaten verbessert werden, um Veränderungen der Bestandsentwicklung frühzeitig in Managemententscheidungen einzubeziehen. Darüber hinaus werden Investitionen in emissionsärmere Fangtechnologien, Kreislaufwirtschaft sowie Programme zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz von Küstengemeinden vorgeschlagen.
Nachhaltigkeit stärkt Ökologie und Wirtschaft gleichermaßen
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nachhaltige Fischereipolitik nicht allein dem Schutz der Meeresökosysteme dient, sondern auch wirtschaftliche Stabilität schafft. Die Forschenden weisen darauf hin, dass die derzeitige Überfischung unter anderem zum Verlust der Marine-Stewardship-Council-(MSC)-Zertifizierung für wichtige Fischereien beigetragen hat. Eine Rückkehr zu wissenschaftlich fundierten Fanggrenzen könnte die Voraussetzungen für eine erneute Zertifizierung schaffen und damit Marktchancen sowie das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern stärken. Marine SABRES kommt zu dem Schluss, dass eine langfristig resiliente Fischerei nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit, adaptive Governance und die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit praktischem Erfahrungswissen erreicht werden kann.