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EU-Forschungsprojekt zu Umweltkriminalität (EFFACE)

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EU-Forschungsprojekt zu Umweltkriminalität (EFFACE)

Projekt
Forschungsprogramm
Dauer
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Das interdisziplinäre Forschungsprojekt "European Union Action to Fight Environmental Crime" (EFFACE) befasste sich mit den Auswirkungen von Umweltkriminalität und möglichen Ansätzen zu ihrer Bekämpfung, mit Schwerpunkt auf der EU. Das Projekt wurde aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (FP7) finanziert. Das Ecologic Institut koordinierte die Arbeit der 11 an dem Projekt beteiligten europäischen Universitäten und Think Tanks.

Das Töten von Elefanten für ihre Stoßzähne, der Export schädlicher Abfallstoffe gegen geltendes Recht, die vorsätzliche Einleitung gefährlicher Substanzen in Gewässer oder Industrieunfälle mit großflächiger Umweltverseuchung lassen sich alle als Umweltverbrechen einordnen. Umweltkriminalität schadet nicht nur der Umwelt, sondern hat oft auch einen negativen Einfluss auf Menschen, die in der geschädigten Umwelt leben. Umweltkriminalität ist teilweise mit organisiertem Verbrechen oder Korruption verbunden. Wegen des inoffiziellen Charakters von Umweltkriminalität ist es allerdings häufig schwer, Umweltverbrechen zu entdecken, quantitativ zu erfassen und zu bekämpfen.

Es gibt verschiedene Ansätze zur Eindämmung von Umweltkriminalität, beispielsweise die Bobachtung und Beschränkung des internationalen Handels mit bestimmten Gütern oder die strafrechtliche Sanktionierung bestimmter Verhaltensweisen. Wichtige EU-Rechtsakte sind die Richtline über Umweltverbrechen (2008) sowie die Richtline zu Meeresverschmutzung durch Schiffe (2005). Bestimmte mit dem Lissabon-Vertrag ins EU-Recht eingeführte Normen bieten neue Möglichkeiten für EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der Umweltkriminalität durch ein harmonisiertes und koordiniertes Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten.

Eine effektive Bekämpfung von Umweltverbrechen setzt allerdings genaue und verlässliche Informationen voraus. EFFACE sollte dazu beitragen, Wissens- und Datenlücken zu schließen. EFFACE hat die folgenden Hauptelemente:

  • Ein gemeinsamer konzeptioneller Rahmen definierte, aufbauend auf existierenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, Forschungsfragen und Terminologie.
  • Eine Analyse von Instrumenten, Akteuren und Institutionen brachte Erkenntnisse zum bisherigen Vorgehen gegen Umweltkriminalität innerhalb der EU sowie Stärken und Schwächen existierender Ansätze.
  • Kosten und Einfluss von Umweltkriminalität wurden soweit als möglich in Bezug auf verschiedene Typen von Umweltkriminalität quantifziert.
  • Fallstudien zu verschiedenen Ländern beleuchteten die Mechanismen und den Einfluss verschiedener Arten von Umweltkriminalität innerhalb und außerhalb der EU und potentielle Gegenmaßnahmen.
  • In einer SWOT-Analyse wurden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des EU-Ansatzes im Kampf gegen Umweltkriminalität untersucht.

Auf dieser Grundlage hat EFFACE Optionen und Politikempfehlungen dafür entwickelt, wie die EU Umweltkriminalität besser bekämpfen kann. EFFACE hat verschiedene Stakeholder einbezogen und seine wissenschaftlichen Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht, unter anderem in Form diverser Workshops sowie der Veröffentlichung von Policy Briefs.  Ein mit Praktikern und Wissenschaftlern besetztes Beratungsgremium wird dazu beitragen, dass die in EFFACE durchgeführte Forschung Ergebnisse von praktischer Relevanz und akademischer Bedeutung produziert.

Die Kernergebnisse von EFFACE wurden im Abschlussbericht zusammengefasst, dessen Zielgruppe vor allem politische Entscheidungsträger_innen sind.

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Weitere Informationen finden sich im EFFACE Projektflyer [pdf, 550 kB, Englisch].

Kontakt

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Finanzierung
Partner
Team
Lucas Porsch
Lucy Olivia Smith
Ennid Roberts, LLM
Sebastian Ossio
Katharina Klaas
Katherine Weingartner
Andrew Eberle
Gesa Homann LLM
Dauer
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Projekt-ID
Schlüsselwörter
Umweltkriminalität, Kriminologie, organisiertes Verbrachen, Lissabon Vertrag, Strafrecht, Umweltverschmutzung, illegaler Handel mit Umweltgütern, illegale Abholzung, Korruption, CITES, Artenschutz, Abfallexporte, Industrieunfälle, Fischerei
Europa, global