Verwandte Inhalte für das Projekt "Vom "blauen Himmel über der Ruhr" zur Energiewende" (Projektnummer 2251)
Publikation:Infografik
Wie haben sich Umweltpolitik, Umweltforschung und wissenschaftsbasierte Politikberatung in Deutschland entwickelt – und welche politischen, gesellschaftlichen und institutionellen Ereignisse haben diesen Weg geprägt? Der im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ entwickelte Zeitstrahl macht mehr als fünf Jahrzehnte deutscher Umweltpolitikgeschichte auf einen Blick sichtbar. Von den frühen Debatten der 1960er Jahre bis zur Energiewende führt die Visualisierung politische Entwicklungen, gesellschaftliche Konflikte, internationale Meilensteine und die Entstehung zentraler Institutionen der Umweltforschung zusammen.
Wie entstand die wissenschaftliche Umweltpolitikberatung in Deutschland und welche Rolle spielten unabhängige Forschungsinstitute, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei ihrer Entwicklung? Die im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ entstandene Videoserie lässt 19 Zeitzeug:innen und Wegbereiter:innen der deutschen Umweltpolitikforschung zu Wort kommen.
Zur abschließenden Abendveranstaltung der Diskussionsreihe "Vom 'blauen Himmel über der Ruhr' bis zur Energiewende" am 12. Mai 2014 waren die Gäste Prof. Dr. Edda Müller (ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Rats für Nachhaltige Entwicklung), Dr. Hans-Joachim Ziesing (ehem. Abteilungsleiter Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und Prof. Dr. Meinhard Schulz-Baldes (ehem. Generalsekretär des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen(WBGU)) geladen, um die Beziehung zwischen globalen Ereignissen und deutscher Umweltpolitikforschung zu besprechen. Die wesentlichen Erkenntnisse des Abends waren der überraschend frühe internationale Einfluss auf deutsche Umweltpolitik und die starke Unabhängigkeit der umweltpolitischen Beratungsgremien in Deutschland.
Im Zentrum dieses Papiers steht die Frage: In welchem Umfeld und unter welchen Hemmnissen entwickelte sich die Umweltbewegung der DDR? Hatte die ostdeutsche Umweltbewegung auch Vorteile gegenüber der westdeutschen Umweltbewegung? Zur Beantwortung dieser Frage stützt sich dieses Papier auf eine Literaturrecherche sowie eine Reihe von Interviews mit Zeitzeug/inn/en, die im Rahmen des Projekts „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ bis zur Energiewende“ durchgeführt wurden.
In diesem Diskussionspapier wird untersucht, wie es zur Gründung der ersten nicht-staatlichen Institute im Bereich der Umweltpolitik kam, welche Rolle Umweltpolitikforschung und -beratung in diesem Gefüge spielen und welche Faktoren welchen Einfluss auf die Gründung und Entwicklung der nicht-staatlichen Institute hatten. Dabei zeigt sich, dass der nicht-staatlichen, wissenschaftsbasierten Umweltpolitikberatung erst in der zweiten, defensiven Phase der Umweltpolitik ab Mitte der 1970er Jahre eine entscheidende Rolle zukam.
Die Publikation untersucht die Entwicklung nicht-staatlicher Umweltforschungs- und Politikberatungsinstitute in Deutschland während der 1980er Jahre – einer Phase, die von wechselnden politischen Prioritäten und einem wachsenden öffentlichen Umweltbewusstsein geprägt war. Wirtschaftliche Stagnation und die Ölpreiskrise hatten zunächst dazu geführt, dass die Umweltpolitik auf der politischen Agenda an Bedeutung verlor.
Die Publikation untersucht die Rolle des Staates bei der Entstehung und Entwicklung der nicht-staatlichen Umweltforschung in Deutschland. Staat und Bundesregierung spielten eine entscheidende Rolle bei der Einführung der Umweltpolitik: Inspiriert von Entwicklungen in den USA und Japan führte die Bundesregierung unter Willy Brandt das neue Politikfeld in einem Top-down-Prozess ein und trieb dessen Aufbau in kurzer Zeit voran.
Dieses Diskussionspapier untersucht, wie internationale Entwicklungen die Anfänge der deutschen Umweltpolitik und Umweltpolitikberatung geprägt haben. Zu den zentralen Einflüssen zählten die Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen 1972 in Stockholm sowie die Debatten über die Grenzen des Wachstums. Insbesondere die USA und Japan beeinflussten die Entstehung der ersten Umweltgesetze in Deutschland.
Dieses Diskussionspapier untersucht, wie sich die wachsende Bedeutung der Europäischen Union in der Umwelt- und Energiepolitik auf die nicht-staatliche Umweltpolitikforschung und -beratung in Deutschland ausgewirkt hat. Seit Ende der 1980er Jahre spielt die Europäische Union (EU) in der Umweltpolitik eine zunehmend wichtige Rolle. Mit dem Vertrag von Lissabon wurden zudem die energiepolitischen Kompetenzen der EU ausgebaut.
In der dritten Veranstaltung der Reihe diskutierten Dr. Volker Hauff, Bundesminister a.D. und Michael Sailer (Öko-Institut) über die Konsolidierung der Umweltforschungsinstitute in den 80er Jahren. Im Gespräch tauschten sich die beiden Experten zunächst über das damals vorherrschende Misstrauen auf beiden Seiten aus. Das Video steht online zur Verfügung.