Die Anfänge der nicht-staatlichen Umweltpolitikforschung und -beratung
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Knoblauch, Doris; Mederake, Linda 2014: Die Anfänge der nicht-staatlichen Umweltpolitikforschung und -beratung.
Die Umweltpolitik wurde – so die gängige Meinung – 1969 in Deutschland eingeführt. Die zunehmende Beschäftigung der Politik mit diesem komplexen Themenfeld zog einen Bedarf an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen über dieses Themenfeld nach sich. Neben der universitären Forschung und der staatlich finanzierten außeruniversitären Forschung entstand in diesem Zuge eine dritte Art umweltpolitischer Forschung, nämlich die in nicht-staatlichen Instituten.
In diesem Diskussionspapier wird untersucht, wie es zur Gründung der ersten nicht-staatlichen Institute im Bereich der Umweltpolitik kam, welche Rolle Umweltpolitikforschung und -beratung in diesem Gefüge spielen und welche Faktoren welchen Einfluss auf die Gründung und Entwicklung der nicht-staatlichen Institute hatten. Dabei zeigt sich, dass der nicht-staatlichen, wissenschaftsbasierten Umweltpolitikberatung erst in der zweiten, defensiven Phase der Umweltpolitik ab Mitte der 1970er Jahre eine entscheidende Rolle zukam. Mit wissenschaftlich fundierten, kritischen Gutachten wurde die Politik unter Druck gesetzt, das umweltpolitische Engagement nicht abzuschwächen.
Im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ (Dezember 2012–Juni 2014) entstanden sieben Aufsätze mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Sie verarbeiteten Erkenntnisse aus den Projektinterviews und verbanden diese mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur. Die Beiträge leisteten damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte nichtstaatlicher Umweltpolitikforschung und -beratung und zeigten auf, in welchen Bereichen das erhobene Material bestehende Wissenslücken schließen konnte. Zugleich wurden weiterführende Forschungsfragen sichtbar, die über das Projekt hinausweisen.