Die Umweltpolitik und -forschung wird erwachsen: die 1980er Jahre
- Publikation
- Zitiervorschlag
Knoblauch, Doris; Hofmann,Elena 2014: Die Umweltpolitik und -forschung wird erwachsen: die 1980er Jahre.
Die Publikation untersucht die Entwicklung nicht-staatlicher Umweltforschungs- und Politikberatungsinstitute in Deutschland während der 1980er Jahre – einer Phase, die von wechselnden politischen Prioritäten und einem wachsenden öffentlichen Umweltbewusstsein geprägt war. Wirtschaftliche Stagnation und die Ölpreiskrise hatten zunächst dazu geführt, dass die Umweltpolitik auf der politischen Agenda an Bedeutung verlor. Gleichzeitig prägten Umweltkrisen wie Saurer Regen, Waldsterben, das Ozonloch und die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zunehmend die öffentliche Wahrnehmung. Das wachsende Umweltbewusstsein in Deutschland, das sich auch im Einzug der Grünen in den Bundestag 1983 widerspiegelte, erhöhte den politischen Druck und rückte Umweltthemen wieder stärker in den Fokus.
Das Diskussionspapier zeigt, wie sich nicht-staatliche Umweltforschungs- und Politikberatungsinstitute in dieser Zeit zunehmend professionalisierten und innerhalb der deutschen Umweltpolitik etablierten. Mit der weiteren Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Umweltpolitik stieg die Nachfrage nach wissenschaftlicher Expertise, und immer mehr nicht-staatliche Institutionen traten in diesem Feld auf. Zugleich verdeutlicht die Analyse, dass die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen wie dem Umweltbundesamt und dem Bundesumweltministerium zu diesem Zeitpunkt noch begrenzt und wenig kooperativ war.
Im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ (Dezember 2012–Juni 2014) entstanden sieben Aufsätze mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Sie verarbeiteten Erkenntnisse aus den Projektinterviews und verbanden diese mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur. Die Beiträge leisteten damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte nichtstaatlicher Umweltpolitikforschung und -beratung und zeigten auf, in welchen Bereichen das erhobene Material bestehende Wissenslücken schließen konnte. Zugleich wurden weiterführende Forschungsfragen sichtbar, die über das Projekt hinausweisen.