Raus aus dem Elfenbeinturm
Umweltforschungsinstitute und die Zivilgesellschaft
- Publikation
- Zitiervorschlag
Langsdorf, Susanne; Ostwald, Robert 2014: Raus aus dem Elfenbeinturm. Umweltforschungsinstitute und die Zivilgesellschaft.
Dieses Diskussionspapier untersucht das Verhältnis zwischen der zivilgesellschaftlichen Umweltbewegung und Umweltforschungsinstituten sowie deren Bedeutung für die Entwicklung der wissenschaftsbasierten Umweltpolitikberatung in Deutschland. Die frühen nicht-staatlichen Umweltinstitute waren eng mit der Umweltbewegung verbunden, während spätere Institute häufig als Reaktion auf thematische Lücken in der Umweltforschung entstanden.
Anhand des Öko-Instituts und des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), die beide eine große Nähe zur zivilgesellschaftlichen Umweltbewegung aufweisen, des Ecologic Instituts mit einer weniger starken zivilgesellschaftlichen Bindung sowie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) als öffentlich finanziertem Forschungsinstitut zeigt das Papier die Bandbreite der Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft und Umweltforschungsinstituten auf.
Das Papier zeichnet die Geschichte der zivilgesellschaftlichen Umweltbewegung in Deutschland nach und untersucht, welchen Beitrag sie zur Entwicklung der wissenschaftsbasierten Umweltpolitikberatung geleistet hat. Zugleich geht es der Frage nach, in welchem Verhältnis Umweltforschungsinstitute und Umweltbewegung heute zueinander stehen und wie sich dieses Verhältnis im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert hat.
Im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ (Dezember 2012–Juni 2014) entstanden sieben Aufsätze mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Sie verarbeiteten Erkenntnisse aus den Projektinterviews und verbanden diese mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur. Die Beiträge leisteten damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte nichtstaatlicher Umweltpolitikforschung und -beratung und zeigten auf, in welchen Bereichen das erhobene Material bestehende Wissenslücken schließen konnte. Zugleich wurden weiterführende Forschungsfragen sichtbar, die über das Projekt hinausweisen.