Die Umweltbewegung in der DDR und die Umweltpolitikberatung in den neuen Bundesländern
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- Zitiervorschlag
Langsdorf, Susanne; Hofmann, Elena 2014: Die Umweltbewegung in der DDR und die Umweltpolitikberatung in den neuen Bundesländern.
Die Landschaft der nichtstaatlichen Umweltpolitikforschungs- und -beratungsinstitute unterscheidet sich in Ost- und Westdeutschland. Während in der BRD besonders durch die Anti-Atombewegung Ende der 1970er erste nicht-staatliche Institute entstanden, waren unabhängige Institute im politischen System der DDR verboten. Nicht zuletzt aufgrund der massiven Umweltverschmutzungen und intransparenten Informationspolitik entwickelte sich jedoch, teils staatlich vorangetrieben, eine große Umweltbewegung. Deren politisch eher harmlose Aktionen stellten meist die Verantwortung des Einzelnen in den Vordergrund. Gleichzeitig war die Umweltbewegung jedoch auch ein Diskussionsraum für die fehlende Transparenz und Demokratie des politischen Systems und musste zum Konflikt mit dem Staat führen. Nach der Wende wurden denn auch viele Akteure der Umweltbewegung politisch aktiv oder für staatlich geförderte Umweltforschungsinstitute tätig, sodass eine nicht-staatliche Umweltwissenschaft – bis auf wenige Ausnahmen – kaum wachsen konnte.
Im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ (Dezember 2012–Juni 2014) entstanden sieben Aufsätze mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Sie verarbeiteten Erkenntnisse aus den Projektinterviews und verbanden diese mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur. Die Beiträge leisteten damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte nichtstaatlicher Umweltpolitikforschung und -beratung und zeigten auf, in welchen Bereichen das erhobene Material bestehende Wissenslücken schließen konnte. Zugleich wurden weiterführende Forschungsfragen sichtbar, die über das Projekt hinausweisen.