Nicht-staatliche Umweltpolitikforschung und die Rolle des Staates
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Knoblauch, Doris; Müller, Kai 2014: Nicht-staatliche Umweltpolitikforschung und die Rolle des Staates.
Die Publikation untersucht die Rolle des Staates bei der Entstehung und Entwicklung der nicht-staatlichen Umweltforschung in Deutschland. Staat und Bundesregierung spielten eine entscheidende Rolle bei der Einführung der Umweltpolitik: Inspiriert von Entwicklungen in den USA und Japan führte die Bundesregierung unter Willy Brandt das neue Politikfeld in einem Top-down-Prozess ein und trieb dessen Aufbau in kurzer Zeit voran.
Die universitäre Forschung konnte mit dieser Entwicklung zunächst nicht Schritt halten und griff den neu entstandenen Forschungsbedarf erst nach und nach auf. Gleichzeitig entwickelte sich aus der starken zivilgesellschaftlichen Umweltbewegung, insbesondere der Anti-Atomkraft-Bewegung, eine alternative Form der Forschung. Diese stellte sowohl vorherrschende Annahmen – etwa über die Notwendigkeit der Atomenergie – als auch etablierte Strukturen des Wissenschaftsbetriebs infrage. Forschung fand zunehmend auch in kleinen, unabhängigen Institutionen außerhalb der Universitäten statt. Prägend für diese Phase war der Geist des „Gegengutachtens“.
Das Diskussionspapier zeichnet nach, wie sich die Rolle des Staates gegenüber diesen nicht-staatlichen Umweltforschungsinstituten im Laufe der Zeit wandelte. Während sie anfangs eher als Kontrahenten denn als Partner staatlicher Umweltpolitik wahrgenommen wurden, entwickelte sich das Verhältnis schrittweise hin zu einer von Kooperation geprägten Zusammenarbeit.
Im Projekt „Vom ‚blauen Himmel über der Ruhr‘ zur Energiewende“ (Dezember 2012–Juni 2014) entstanden sieben Aufsätze mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Sie verarbeiteten Erkenntnisse aus den Projektinterviews und verbanden diese mit der bestehenden wissenschaftlichen Literatur. Die Beiträge leisteten damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte nichtstaatlicher Umweltpolitikforschung und -beratung und zeigten auf, in welchen Bereichen das erhobene Material bestehende Wissenslücken schließen konnte. Zugleich wurden weiterführende Forschungsfragen sichtbar, die über das Projekt hinausweisen.