© Ecologic Institute, 2026. Cover: RESTORE4Cs. Background photo: Herbert Aust on Pixabay.
Advancing Evidence-Based Prioritisation for Coastal Wetland Restoration in Europe
The RESTORE4Cs Spatial Decision-Support Toolbox
- Publikation
- Zitiervorschlag
Guelmami, A., 2025. Advancing Evidence-Based Prioritisation for Coastal Wetland Restoration in Europe: The RESTORE4Cs Spatial Decision-Support Toolbox. Policy brief. Restore4Cs project
Die Wiederherstellung von Küstenfeuchtgebieten erfordert mehr als verbindliche Flächenziele. Für die konkrete Planung muss entschieden werden, wo eine Wiederherstellung besonders notwendig und erfolgversprechend ist und wo sie den größten ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen erwarten lässt. Die RESTORE4Cs-Spatial-Decision-Support-Toolbox unterstützt diese Priorisierung, indem sie harmonisierte räumliche Daten zusammenführt und unterschiedliche Wiederherstellungsoptionen vergleichbar macht.
Von Wiederherstellungszielen zu räumlichen Prioritäten
Die RESTORE4Cs-Spatial-Decision-Support-Toolbox verknüpft ökologische, klimatische und sozioökonomische Informationen in einer interaktiven, geodatenbasierten Plattform. Mithilfe von Karten, Datensätzen und unterschiedlichen Bewertungskriterien lassen sich Wiederherstellungspotenziale von der europäischen bis zur lokalen Ebene untersuchen und verschiedene Szenarien miteinander vergleichen.
Ein wesentliches Merkmal ist die getrennte Betrachtung von verlorenen und noch bestehenden Feuchtgebieten. Zum einen identifiziert die Toolbox ehemalige Feuchtgebiete, die durch Landnutzungsänderungen verloren gegangen sind, und bewertet, inwieweit sich dort Feuchtgebietsfunktionen wiederherstellen lassen. Zum anderen erfasst sie bestehende Feuchtgebiete, deren ökologischer Zustand beispielsweise durch Veränderungen des Wasserhaushalts, Verschmutzung, Fragmentierung oder intensive Nutzung beeinträchtigt ist.
In die Bewertung können weitere Faktoren einfließen, darunter Schutzstatus und ökologische Vernetzung, der erwartete Meeresspiegelanstieg und Küstenerosion, Kohlenstoffspeicherung und -bindung sowie sozioökonomische Aspekte. Daraus entstehen räumlich differenzierte Prioritätskarten, die zeigen, wo Wiederherstellungsmaßnahmen besondere Beiträge zu Biodiversität, Klimaschutz, Wasserregulierung und gesellschaftlicher Resilienz leisten könnten.
Unterstützung für die europäische Wiederherstellungsplanung
Der Policy Brief empfiehlt, die Toolbox für die Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Regulation) und insbesondere für die Erarbeitung nationaler Wiederherstellungspläne zu nutzen. Sie kann Behörden dabei unterstützen, prioritäre Gebiete anhand transparenter und räumlich expliziter Kriterien zu bestimmen und unterschiedliche Ziele und mögliche Zielkonflikte in die Planung einzubeziehen.
Darüber hinaus ist der Ansatz für weitere europäische Politikbereiche relevant, von der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 über die Klima- und Landnutzungspolitik bis zur Wasserrahmen- und Hochwasserrichtlinie.
"Advancing Evidence-Based Prioritisation for Coastal Wetland Restoration in Europe: The RESTORE4Cs Spatial Decision-Support Toolbox“ wurde 2025 von Anis Guelmami (Tour du Valat) im Horizont-Europa-Projekt RESTORE4Cs veröffentlicht.