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Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem

 
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Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem

Publikation
Zitiervorschlag

Hanke, G.; Brunn, C.; Jägle, J.; Jánszky, B.; Meier, J.; Mering, F. v.; Quack, D.; Wolff, F. (2023): Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem; Umweltbundesamt, Dessau.

Deutschlands aktuelles Ernährungssystem ist nicht nachhaltig. Das kürzlich abgeschlossene Forschungsprojekts "Sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems" (kurz: STErn) skizziert drei Strategien, die für einen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit zentral sind: stärker pflanzenbasierte Ernährung, mehr und verbesserte Bio-Lebensmittel und eine Regionalisierung von Wertschöpfungsketten.

Mehr pflanzliche und ökologisch erzeugte Lebensmittel, die regional angebaut und verarbeitet werden – mit dieser Formel kann die nachhaltige Transformation des Ernährungssystems gelingen.

Strategie 1: pflanzenbasierte Ernährung

Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung zu fördern, ist der wirkungsvollste Hebel, um unsere Ernährung nachhaltiger zu gestalten. Essen wir mehr Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse und weniger tierische Produkte, kann der Tierbestand reduziert werden, was sich positiv auf Umwelt, Klima und Biodiversität auswirkt. Diese Ernährungsweise ist zudem gesünder als die derzeitig in Deutschland gängige und trägt dazu bei, die Nahrungsversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen.

Politische Maßnahmen können dazu beitragen, dass wir mehr Gemüse und pflanzenbasierte statt tierischer Lebensmittel auf unsere Teller legen. Um es Konsumentinnen und Konsumenten möglichst einfach zu machen, pflanzenbetonte Lebensmittel und Speisen zu wählen, braucht es deshalb attraktive Angebote im Einzelhandel und in der Gemeinschaftsverpflegung sowie einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für alle pflanzlichen Nahrungsmittel.  

Die betriebliche Aus- und Weiterbildung sollte so gestaltet werden, dass Köchinnen und Köche sowie anderes Fachpersonal attraktive Speisen- und Lebensmittelangebote mit mehr Gemüse, Nüssen oder Hülsenfrüchten bereitstellen können. Auch eine Institutionalisierung des Ziels in Form eines Bundesprogramms und/oder einer gemeinnützigen Organisation für die Stärkung einer pflanzenbetonten Ernährung ist sinnvoll.

Strategie 2: ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft

Der ökologische Landbau wirkt sich vorteilhaft auf Böden, Gewässer, biologische Vielfalt und Klima aus. Den Bioanbau von Lebensmitteln zu stärken und gleichzeitig die Produktivität ökologischer Landwirtschaft zu verbessern, trägt daher unmittelbar zur nachhaltigen Ernährung bei.

Aus diesem Grund sollte die Bio-Lebensmittelwirtschaft weiter konsequent gefördert werden und Forschungsaktivitäten gezielt auf eine Verbesserung ihrer Umweltleistungen, etwa für die Boden- und Pflanzengesundheit oder das Tierwohl, hinwirken. Dabei muss neben der Landwirtschaft auch die Lebensmittelverarbeitung berücksichtigt werden. Aber auch weitere Maßnahmen, etwa eine Ausbildungsoffensive ökologische Landwirtschaft, der Wissenstransfer an Praktikerinnen und Praktiker, mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung oder die Weiterentwicklung von Züchtungsstrategien für Pflanzen und Tiere sind wirkungsvolle Maßnahmen.

Strategie 3: regionale Wertschöpfungsketten

Kurze Wertschöpfungsketten für Lebensmittel sind eine weitere Strategie für ein nachhaltiges Ernährungssystem. So wird der Anbau kleinteiliger und vielfältiger, bleibt die Wertschöpfung in der Region und schafft Vertrauen und Wertschätzung für die Nahrungsmittelproduktion vor Ort. Nicht zuletzt steigt die Krisensicherheit durch ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen regionalen und überregionalen Strukturen.

Die politische Förderung regionaler Wertschöpfungsketten sollte dabei nicht pauschal erfolgen, sondern an ökologische oder soziale Bedingungen geknüpft werden. Das können der Erhalt alter Sorten oder Tierrassen ebenso wie die ökologische Produktion oder die Pflege von Kulturlandschaften sein. Dafür sind Maßnahmen wie unter anderem ein Rettungsprogramm für regionale Lebensmittel-Verarbeitungsbetriebe wie Bäckereien oder Molkereien mit gezielter Förderung und Entbürokratisierung sowie die flächendeckende Einrichtung und Finanzierung von Vernetzungsstellen für den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten geeignet.

Der politische Diskurs zum Thema nachhaltige Ernährung hat zuletzt an Dynamik gewonnen – nicht nur im Hinblick auf die Ernährungsstrategie der Bundesregierung. Das STErn-Projekt bietet wertvolle Impulse sowohl für die Ausarbeitung der Ernährungsstrategie als auch für die Weiterentwicklung anderer relevanter Strategien und die Entwicklung konkreter Maßnahmen.

Pflanzlich, ökologisch, regional – die Ernährung der Zukunft – Politikempfehlungen aus dem STErn-Projekt, zusammengestellt in einer Broschüre

Kontakt

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Sprache
Deutsch
Autorenschaft
Gerolf Hanke (Öko-Institut)
Dietlinde Quack (Öko-Institut)
Franziska Wolff (Öko-Institut)
Christoph Brunn (Öko-Institut)
Babett Jánszky (BÖL)
Friedhelm von Mering (BÖL)
Credits

Redaktion: Almut Jering, Anne Klatt (Umweltbundesamt)
Grafik und Layout: Lena Aebli, Beáta Welk Vargová (Ecologic Institut)

Finanzierung
Verlag
Jahr
Umfang
57 S.
ISSN
2363-832X
Projekt
Projekt-ID
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Förderung pflanzenbasierter Ernährung, biologische Landwirtschaft und Umweltauswirkungen, regionale Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelbranche, nachhaltige Ernährungsstrategien, politische Maßnahmen für pflanzliche Ernährung, organische Lebensmittelindustrie und Umweltschutz, kurze Lebensmittel-Wertschöpfungsketten für Umweltschutz, nachhaltige Ernährungspolitik in der EU, klimafreundliche Ernährungstrends
Deutschland
Strategie, Visualisierung, Infografik