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Systemische und komplexe Risikosteuerung für Europas Resilienz und Nachhaltigkeit

© IEEP, Ecologic Institute, 2026

Systemische und komplexe Risikosteuerung für Europas Resilienz und Nachhaltigkeit

Umweltbedingte Risikotreiber und transformative Governance-Ansätze in Europa

Projekt
Dauer
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Europas Nachhaltigkeitstransformationen vollziehen sich in einer Phase wachsender Unsicherheit. Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Umweltverschmutzung, Landdegradation, geopolitische Instabilität und soziale Ungleichheiten können in Wechselwirkung treten und kaskadierende sowie sich verstärkende Risiken für Gesellschaft und Umwelt erzeugen. Diese Risiken bleiben nicht auf einzelne Sektoren beschränkt. Sie können gleichzeitig Ernährungssysteme, Energieversorgung und Industrie, Ökosysteme, die öffentliche Gesundheit sowie wirtschaftliche und finanzielle Stabilität beeinträchtigen.

Umweltkrisen als miteinander verknüpfte systemische Risiken

Das von der Europäischen Umweltagentur (EEA) beauftragte und gemeinsam vom Institute for European Environmental Policy (IEEP) und dem Ecologic Institut umgesetzte Projekt unterstützt ein vertieftes Verständnis systemischer und komplexer Umweltrisiken sowie geeigneter Governance-Ansätze zu deren Steuerung. Das Vorhaben leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der europäischen Politikagenda zu Resilienz, Krisenfestigkeit und Nachhaltigkeit, unter anderem im Zusammenhang mit der EU-Preparedness-Strategie sowie dem geplanten europäischen Rahmen für Klimaresilienz und Risikomanagement.

Risiken in Energie-, Wirtschafts- und Ernährungssystemen

Das Projekt untersuchte, wie umweltbezogene Risikotreiber im Zusammenhang mit Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Umweltverschmutzung und Umweltdegradation in vier zentralen Systemen zusammenwirken: Energiewende und industrielle Transformation, resiliente und wettbewerbsfähige Wirtschafts- und Finanzsysteme, sichere und nachhaltige Ernährungssysteme sowie resiliente Ökosysteme, Naturschutz, Klimaresilienz und Wiederherstellung von Ökosystemen.

Im Mittelpunkt der Arbeiten standen die Identifikation und Charakterisierung zentraler systemischer Umweltrisiken in Europa, die Analyse kaskadierender und sich verstärkender Risiken zwischen gesellschaftlichen und ökologischen Systemen, die Bewertung ihrer Auswirkungen auf EU-Prioritäten wie Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Krisenfestigkeit und soziale Gerechtigkeit sowie die Untersuchung von Governance-Rahmen und europäischen Fallstudien zum Umgang mit systemischen Risiken.

Partizipative Methoden zur Analyse komplexer Risikokonstellationen

Das Projekt nutzte partizipative Methoden, um gemeinsam mit Fachleuten komplexe Zusammenhänge zu analysieren. In Online-Workshops arbeiteten Expert:innen aus Forschung, Politik und Praxis zusammen, um Risikotreiber zu priorisieren, sogenannte „Risikokonstellationen“ zu entwickeln und die Ausbreitung von Risiken über verschiedene Systeme hinweg zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden in Systemnetzwerk-Diagramme und narrative Wirkungspfade überführt. Dabei wurde unter anderem analysiert, wie Wasserstress, Dürren, Ökosystemdegradation, Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung und Biodiversitätsverlust umfassendere Risiken für Europas Resilienz und Nachhaltigkeit beeinflussen.

Innovative „Risk Playing Cards“ zur Bewertung systemischer Risiken

Eine im Rahmen der Expert:innen-Workshops entwickelte und eingesetzte innovative Methodik war die Arbeit mit sogenannten „Risk Playing Cards“. Diese übersetzten umweltbezogene Risikotreiber aus der Literaturauswertung in kompakte, workshoptaugliche Formate, die sowohl das betroffene System als auch den zugrunde liegenden Risikotreiber abbildeten. Die Karten unterstützten eine strukturierte, spielbasierte Beteiligung der Expert:innen, indem sie dabei halfen, systemische Risiken zu priorisieren, Risikokonstellationen zu entwickeln sowie kaskadierende und sich verstärkende Wechselwirkungen zwischen Ernährungs-, Energie-, Wirtschafts-, Finanz- und Ökosystemen zu analysieren.

Ecologic Institut: Kartierung und Charakterisierung systemischer Umweltrisiken in Europa

Das Ecologic Institut war Teil des vom IEEP geleiteten Projektkonsortiums. Das Institut entwickelte die analytische Grundlage des Projekts, indem es systemische und komplexe Risiken infolge von Klima- und Umweltveränderungen identifizierte, kartierte und charakterisierte. Dazu gehörten die Entwicklung des analytischen Risikorahmens, die Durchführung einer gezielten Literaturauswertung, die Priorisierung umweltbezogener Risikotreiber sowie die Erstellung von 20 Steckbriefen zu systemischen Umweltrisiken. Darüber hinaus beteiligte sich das Ecologic Institut an der Entwicklung der Gesamtmethodik, der Einbindung von Expert:innen, der Ausarbeitung von Fallstudien sowie an Synthese und Abschlussberichterstattung des Projekts.

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Schlüsselwörter
systemisches Risiko, dreifache planetare Krise, komplexe Risikosteuerung, Umweltrisiko, Klimarisiko, Verlust der biologischen Vielfalt, Umweltverschmutzung, Bodendegradation, Resilienz, Vorsorge, EU-Politik, Risikokonstellationen, Kaskadenrisiken, sich verstärkende Risiken, Steuerung in komplexen Systemen, Ernährungssysteme, Energiewende, Finanzsysteme, Ökosysteme, Wasserstress, Dürre, Ökosystemleistungen
Europa, EUA-Länder, EU, Niederlande, Frankreich, Polen, Spanien, Irland
Literaturrecherche, Risikodatenbank, Risikobögen, Expertenworkshops, Risikopriorisierung, Risikokonstellationen, Systemnetzwerkdiagramme, Fallstudienanalyse, halbstrukturierte Interviews, Analyse des Governance-Rahmens