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Integrierte Ansätze für die planetare Dreifachkrise

© Ecologic Institute, 2025

Integrierte Ansätze für die planetare Dreifachkrise

Berichte, Fact Sheets und Infografiken zu Treibern, Auswirkungen und Lösungswegen

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Datum
Ort
Berlin, Deutschland

Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung zählen zu den drängendsten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Das vom Umweltbundesamt (UBA) beauftragte Forschungsprojekt "Herausforderungen für den internationalen Klimaschutz im Zeichen der globalen Dreifachkrise" legt nun mehrere Berichte, Fact Sheets und Infografiken vor, die diese Herausforderungen systematisch als zusammenhängende Krise analysieren.

Die Publikationen untersuchen gemeinsame Treiber und Rückkopplungen der Dreifachkrise, machen soziale und ökologische Risiken sichtbar und zeigen integrierte Handlungsansätze auf, mit denen Synergien zwischen Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und der Reduktion von Umweltverschmutzung geschaffen werden können.

Der folgende Überblick fasst die zentralen Ergebnisse der einzelnen Publikationen zusammen und ordnet sie thematisch ein.

Die planetare Dreifachkrise als systemische Herausforderung

Zentrale Ergebnisse des Projekts verdeutlichen, dass Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung durch gemeinsame Ursachen wie nicht nachhaltige Produktions- und Konsummuster, Übernutzung natürlicher Ressourcen, Landnutzungsänderungen und strukturelle Ungleichheiten angetrieben werden. Über Rückkopplungsschleifen und kaskadierende Effekte verschärfen sich die einzelnen Krisen gegenseitig und erhöhen die Risiken für Ökosysteme, menschliche Gesundheit und sozioökonomische Stabilität.

Der Bericht "The Interconnected Challenges of Climate Change, Biodiversity Loss and Environmental Pollution" liefert hierzu eine systematische Analyse der Treiber, Wechselwirkungen und Auswirkungen der planetaren Dreifachkrise. Er zeigt, warum sektorale Einzelmaßnahmen nicht ausreichen und warum integrierte, sozial gerechte Strategien notwendig sind, um ökologische Grenzen zu respektieren und langfristige Resilienz zu sichern.

Ungleiche Betroffenheiten und soziale Dimensionen

Die Analysen zeigen, dass die Auswirkungen der planetaren Dreifachkrise global ungleich verteilt sind. Besonders stark betroffen sind sogenannte Most Affected People and Areas (MAPA), darunter indigene Gemeinschaften, Frauen, Jugendliche, einkommensarme Bevölkerungsgruppen, Migrant:innen sowie Länder des Globalen Südens. Trotz ihrer hohen Betroffenheit verfügen diese Gruppen häufig über geringe politische Einflussmöglichkeiten und begrenzte Ressourcen zur Anpassung.

Diese sozialen und verteilungspolitischen Dimensionen werden insbesondere im Fact Sheet "The Interconnected Challenges of Climate Change, Biodiversity Loss and Environmental Pollution" herausgearbeitet. Es verdeutlicht, dass ökologische Krisen und soziale Ungleichheiten eng miteinander verknüpft sind und integrierte Lösungsansätze soziale Gerechtigkeit systematisch berücksichtigen müssen.

Internationale Erfahrungen mit integrierten Politikansätzen

Wie integrierte Strategien in der Praxis ausgestaltet werden können, untersucht der Bericht "Integrated Approaches to Addressing the Triple Planetary Crisis: Country Best Practices". Anhand von Fallstudien aus Brasilien, Kolumbien, Japan, Neuseeland, Panama, Ruanda und Schweden wird analysiert wie Klima-, Biodiversitäts- und Umweltverschmutzungspolitiken in nationalen Strategien miteinander verknüpft werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Länder bereits integrierte Ansätze verfolgen – etwa durch naturbasierte Lösungen, Kreislaufwirtschaft oder ökosystembasierte Planung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Umsetzungshemmnisse, insbesondere bei der institutionellen Koordination, Finanzierung, Datenverfügbarkeit und Kapazitäten. Der Bericht unterstreicht daher die Bedeutung kohärenter Governance-Strukturen und besser verzahnter Politik- und Finanzierungssysteme.

Von vernetzten Krisen zu systemischen Lösungen

Der Zwischenbericht "Moving from Interconnected Crises to Systemic Solutions" entwickelt einen integrierten Handlungsrahmen, der drei sich gegenseitig verstärkende Pfade in den Mittelpunkt stellt:

  • eine Governance der Ressourcennutzung auf Basis von Effizienz, Suffizienz und Gerechtigkeit,
  • den gezielten Ausbau naturbasierter Lösungen (Nature-based Solutions, NbS) zur Wiederherstellung von Ökosystemen, Emissionsminderung und Reduktion von Umweltverschmutzung,
  • sowie systemische Transformationen von Governance, Märkten und gesellschaftlichen Leitbildern, um Resilienz und soziale Gerechtigkeit zu stärken.

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Dreifachkrise nur durch systemische, sektorübergreifende und gerechtigkeitsorientierte Ansätze wirksam bewältigt werden kann.

Zwei Fact Sheets: Von der Analyse der Krise zu systemischen Lösungswegen

Die zentralen Erkenntnisse des Projekts wurden in zwei ergänzenden Fact Sheets zusammengefasst, die unterschiedliche, aber aufeinander aufbauende Perspektiven auf die planetare Dreifachkrise einnehmen.

Das Fact Sheet "The Interconnected Challenges of Climate Change, Biodiversity Loss and Environmental Pollution" analysiert die planetare Dreifachkrise in ihren Ursachen, Wechselwirkungen und Auswirkungen. Es zeigt, warum Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung als systemisch miteinander verflochtene Krise verstanden werden müssen, die von gemeinsamen Treibern wie Ressourcenverbrauch, Landnutzungsänderungen und strukturellen Ungleichheiten geprägt ist. Anschauliche Infografiken machen zentrale Rückkopplungsschleifen, kaskadierende Risiken sowie die Auswirkungen auf Ökosysteme, menschliche Gesundheit und sozioökonomische Stabilität sichtbar.

Ergänzend dazu richtet das Fact Sheet "Moving from Interconnected Crises to Systemic Solutions – Resource Efficiency, Nature-based Solutions, and Systemic Transformation as Responses to the Complexity of the Triple Planetary Crisis" den Fokus auf Lösungsansätze. Es zeigt, dass die Bewältigung der Dreifachkrise nur durch systemische, sektorübergreifende und gerechtigkeitsorientierte Strategien möglich ist. Drei miteinander verknüpfte Pfade – Ressourceneffizienz, naturbasierte Lösungen und systemische Transformation – bilden eine kohärente Antwort auf das Ausmaß und die Dringlichkeit der Krise.

Zentrale Ergebnisse visuell aufbereitet: Fact Sheet und Infografiken

Ergänzend zu den Berichten wurden ein Fact Sheet sowie eine Infografikserie entwickelt, die zentrale Treiber, Rückkopplungen, Auswirkungen und Lösungsansätze der planetaren Dreifachkrise visuell verständlich darstellen. Die Infografiken zeigen:

Sie bieten einen Überblick über die systemische Risiken und integrierte Handlungsoptionen und unterstützen fundierte Entscheidungen in Politik, Forschung und Praxis.

Beitrag zur internationalen Umwelt- und Klimapolitik

Die Ergebnisse des Projekts leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung integrierter Ansätze in der internationalen Umwelt- und Klimapolitik. Sie unterstützen die Zusammenführung von Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und der Reduktion von Umweltverschmutzung innerhalb bestehender Rahmenwerke wie dem Pariser Klimaabkommen und der Agenda 2030 – und stärken damit auch die Verhandlungsposition Deutschlands und der EU auf internationaler Ebene.

Kontakt

Doris Knoblauch
Co-Coordinator Plastics
Coordinator Urban & Spatial Governance, Coordinator Resource Conservation & Circular Economy
Senior Fellow

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Schlüsselwörter
planetare Dreifachkrise, triple planetary crisis, Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Umweltverschmutzung, planetare Belastungsgrenzen, planetare Grenzen, ökologische Resilienz, ökologische Kipppunkte, nachhaltige Entwicklung, systemische Umweltkrisen, Umwelt-Governance, integrierte Umweltpolitik, sektorübergreifende Ansätze, Synergien zwischen Klimaschutz und Biodiversität, Umwelt- und Klimapolitik, soziale Ungleichheit, Most Affected People and Areas, MAPA, menschliche Gesundheit und Umwelt, sozioökonomische Auswirkungen, internationale Umweltpolitik, nachhaltige Transformation, internationale Klimapolitik, internationale Umweltpolitik, globale Umweltgovernance, Vereinte Nationen, United Nations, UN-Umweltprogramm, UNEP, Pariser Klimaabkommen, Agenda 2030, Sustainable Development Goals, SDGs, G7, G20
Deutschland, Europa, Brasilien, Kolumbien, Japan, Neuseeland, Panama, Ruanda, Schweden, Globaler Süden, kleine Inselstaaten, indigene Gemeinschaften
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