Europäische Lebensmittelsysteme stehen vor erheblichen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Trotz laufender Bemühungen, diesen Herausforderungen zu begegnen, wird die Post-Harvest-Phase (Nachernte-Phase) – einschließlich Erstbehandlung, Verarbeitung, Lagerung, Transport, Vertrieb und Abfallmanagement – bislang nur unzureichend berücksichtigt, obwohl sie maßgeblich zu Lebensmittelverlusten, Ressourcenineffizienzen und sozialen Ungleichheiten beiträgt.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das im Rahmen der europäischen FutureFoodS-Partnerschaft geförderte Projekt TrueFoodS das Ziel, die europäischen Post-Harvest-Systeme nachhaltiger, gerechter und resilienter zu gestalten. Das Projekt vereint 13 Partner aus neun Ländern und verfolgt einen integrierten Food-Systems-Ansatz, der ökologische, wirtschaftliche, soziale und regulatorische Dimensionen berücksichtigt.
Projektziele
TrueFoodS adressiert zentrale strukturelle Herausforderungen europäischer Post-Harvest-Systeme und verfolgt dabei insbesondere folgende Ziele:
- Entwicklung von Empfehlungen zur stärkeren Integration der Post-Harvest-Phase in rechtliche und politische Rahmenbedingungen
- Entwicklung zirkulärer Strategien zur Reduktion von Lebensmittelverlusten und Umweltbelastungen
- Stärkung der Kapazitäten kleiner und mittlerer Unternehmen durch gezielte Capacity-Building-Maßnahmen und inklusive Geschäftsmodelle
- Entwicklung eines Governance-Rahmens für adaptive und resiliente Post-Harvest-Systeme
- Gemeinsame Entwicklung praxisnaher Lösungen in Zusammenarbeit mit Kommunen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren
Ecologic Institute in TrueFoodS
Das Ecologic Institut leitet das Arbeitspaket 3, das sich mit der Analyse der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der Post-Harvest-Phase befasst, wobei ein besonderer Fokus auf den GAP-Strategieplänen der Konsortialländer liegt. Die Arbeiten verbinden die rechtliche Expertise der AgLaw Research Group der Scuola Superiore Sant’Anna mit der politikbezogenen Expertise des Ecologic Instituts. Ziel ist es, zu bewerten, in welchem Umfang die Post-Harvest-Phase bislang berücksichtigt und unterstützt wird, regulatorische Lücken und Inkohärenzen zu identifizieren sowie gezielte Leitlinien und Empfehlungen zu entwickeln, um die Integration und Kohärenz von Post-Harvest-Aspekten in Rechts- und Politikrahmen zu stärken und dadurch eine wirksamere Unterstützung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten.