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Using the CAP to Reduce Pesticide Dependence

 

Photo: Canva.com, Cover: SPRINT project, 2025

Using the CAP to Reduce Pesticide Dependence

Creating the Conditions for Structural Change

Publikation
Zitiervorschlag

Meier, Johanna; Bibu, Teodora & Riedel, Antonia (2026): Policy brief: Using the CAP to reduce pesticide dependence: Creating the conditions for structural change. Policy brief of the Horizon 2020 project “SPRINT”. Available at: https://sprint-h2020.eu

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bildet den zentralen Rahmen der EU, um agrarpolitische Zielsetzungen in konkrete Maßnahmen auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe zu übersetzen. Mit einem umfangreichen Budget und flexibler Umsetzung durch nationale GAP-Strategiepläne innerhalb eines gemeinsamen EU-Rahmens hat sie erheblichen Einfluss auf landwirtschaftliche Praktiken in Europa. Dazu gehört auch, die Abhängigkeit von Pestiziden zu beeinflussen und die Einführung nachhaltiger Pflanzenschutzmethoden zu fördern.  

Die “Grüne Architektur” der GAP – einschließlich Konditionalität sowie freiwilligen Instrumenten wie Öko-Regelungen und Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) – definiert die ökologischen Anforderungen und Zielsetzungen für die europäische Landwirtschaft. Die konkrete Ausgestaltung dieser Instrumente entscheidet darüber, ob bestehende Pestizidabhängigkeiten fortbestehen oder eine umfassendere Transformation des Agrarsystems vorantreiben.

Dieser Policy-Brief analysiert, inwieweit relevante GAP-Instrumente derzeit den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft adressieren. Zudem zeigt er auf, wie sie angepasst werden können, um den Übergang zu nachhaltigeren landwirtschaftlichen Praktiken wirksamer zu unterstützen und zu beschleunigen. 

Zentrale Empfehlungen:

  • Grundlegende Umweltstandards als wirksamen Hebel stärken: Die Konditionalität, bestehend aus Grundanforderungen an die Betriebsführung (GAB) und Standards für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen (GLÖZ), dient derzeit vor allem als Mindestanforderung mit begrenztem Ambitionsniveau, schwacher Durchsetzung und häufigen Ausnahmen. Eine Stärkung dieser Standards durch ambitioniertere und konsequent durchgesetzte Anforderungen würde eine tragfähigere Grundlage für nachhaltigen Pflanzenschutz schaffen.
  • Ambition und Wirksamkeit freiwilliger Maßnahmen erhöhen: Öko-Regelungen und Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) konzentrieren sich bislang überwiegend auf wenig ambitionierte oder inkrementelle Verbesserungen. Währenddessen sind stärker transformative Ansätze unterfinanziert, administrativ komplex oder mit erhöhten Risiken für die landwirtschaftlichen Betriebe verbunden. Eine stärkere Ausrichtung dieser Instrumente auf präventive, systemische Ansätze sowie eine Weiterentwicklung der Anreizstruktur, insbesondere durch ergebnisorientierte Vergütungsmodelle, würde ihre Wirkung erheblich erhöhen.
  • Nachhaltiges Pflanzenschutzmanagement in Wissens-, Beratungs- und sektorale Förderinstrumente integrieren: Beratungsdienste, Innovationssysteme und sektorale Fördermaßnahmen sind bislang uneinheitlich umgesetzt, unzureichend integriert und werden nur begrenzt systematisch erfasst und bewertet. Eine engere Abstimmung mit anderen Instrumenten sowie klar definierte Zielsetzungen und verbesserte Evaluationsmechanismen würden ihre Wirksamkeit bei der Unterstützung von Landwirt*innen bei der Reduktion des Pestizideinsatzes verbessern.
  • GAP-Instrumente kohärent auf den systemischen Wandel ausrichten: Die verschiedenen Instrumente werden bislang überwiegend parallel statt als Bestandteil einer koordinierten Strategie umgesetzt, was zu fragmentierter Unterstützung und begrenzter Wirkung führt. Die Gestaltung der GAP-Strategiepläne als integrierte Interventionspfade – mit mehr Koordination, Kontinuität und Komplementarität – würde ein konsistenteres und nachhaltigeres politisches Umfeld für den Transformationsprozess schaffen.

Insgesamt verfügt die GAP über ein erhebliches Potenzial, einen strukturellen Übergang hin zu pestizidarmen Agrarsystemen voranzutreiben. Dieses Potenzial wird bislang jedoch nur unzureichend ausgeschöpft. Um eine transformative Wirkung zu entfalten, sind eine konsequentere Durchsetzung, eine verbesserte Koordination sowie eine kohärente Nutzung der politischen Instrumente erforderlich, sodass sie als integrierte Gesamtstrategie zur Reduktion der Pestizidabhängigkeit und zur Förderung systemischen Wandels wirken. 

Um eine transformative Wirkung zu entfalten, sind eine konsequentere Durchsetzung, eine verbesserte Koordination sowie eine kohärente Nutzung der politischen Instrumente erforderlich.

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Sprache
Englisch
Autorenschaft
Finanzierung
Jahr
Umfang
14 S.
Projekt
Projekt-ID
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), GAP-Strategiepläne (CSPs), Umsetzung der GAP, Reduzierung des Pestizideinsatzes, geringere Abhängigkeit von Pestiziden, nachhaltiger Pflanzenschutz, Agrarökologie, Öko-Programme, Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (ENVCLIM), Cross-Compliance (GAEC, SMRs), Integration der Umweltpolitik, Transformation landwirtschaftlicher Systeme, Politikkohärenz, Agrarsubventionen, ökologischer Landbau, Biodiversität in der Landwirtschaft, resiliente landwirtschaftliche Systeme, Ökosystemleistungen, landwirtschaftlicher Wandel
Europa
Politikanalyse, Politikbewertung, vergleichende Politikanalyse, Überwachung und Indikatoren der GAP, Governance-Analyse, qualitative Forschung, evidenzbasierte Politik, Analyse des Übergangs zur Nachhaltigkeit