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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... das Umweltbundesamt!

 

Foto von Volodymyr Hryshchenko auf Unsplash, Cover: Umweltbundesamt, 2026

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... das Umweltbundesamt!

Informations- und Lehrmaterialien für einen umweltbewussten Umgang mit Humanarzneimitteln

Publikation
Zitiervorschlag

Kemper, Melanie et. al. (2026): Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... das Umweltbundesamt! Informations- und Lehrmaterialien für einen 
umweltbewussten Umgang mit Humanarzneimitteln. Abschlussbericht. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

Dieser Abschlussbericht fasst die Ergebnisse eines vierjährigen Projekts zu Umweltaspekten von Humanarzneimitteln zusammen. Die Publikation dokumentiert die im Projekt entstandenen Informations- und Lehrmaterialien für Medizin, Pharmazie und Gesundheitskommunikation. Ziel des Projekts war es, den Eintrag von Arzneistoffen in die Umwelt zu verringern und Umweltwissen stärker in Ausbildung, Lehre und Praxis zu verankern. Entstanden sind frei verfügbare Materialien für Hochschulen, Berufsschulen, Fortbildungen, Apotheken und die interessierte Öffentlichkeit. Ergänzend wurde ein Onlineportal aufgebaut, das wissenschaftliche Hintergründe, Infografiken und Unterrichtsmaterialien bündelt.

Arzneimittelrückstände in Gewässern und Böden

Die Autorinnen und Autoren verweisen darauf, dass Wirkstoffe und Abbauprodukte nach der Anwendung über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Hinzu komme die falsche Entsorgung nicht mehr benötigter Medikamente, z. B. über Toilette oder Spüle. Arzneimittelrückstände seien inzwischen in Gewässern, Böden und weiteren Umweltkompartimenten nachweisbar. Beschrieben werden außerdem mögliche Auswirkungen auf Wasserorganismen und andere Nichtzielorganismen.

Für Fachkreise aus Medizin und Pharmazie wurden Infografiken entwickelt, die etwa den Einfluss verschiedener Arzneiformen auf den Umwelteintrag oder Unterschiede bei der Umwelttoxizität einzelner Wirkstoffe darstellen. Weitere Materialien richten sich direkt an Patientinnen und Patienten und geben Hinweise zur richtigen Anwendung und Entsorgung von Medikamenten.

Materialien für Apotheken und Gesundheitsberufe

Ein Schwerpunkt der Publikation liegt auf Informationsangeboten für Apotheken. Der entwickelte „Materialkoffer“ enthält Poster, Faltblätter, Postkarten und digitale Inhalte zur Medikamentenentsorgung. Mehrere Materialien stehen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, darunter Englisch, Französisch, Türkisch, Polnisch, Russisch und Arabisch. Eine Postkarte empfiehlt, Reste von Arzneimittelsalben nach dem Auftragen auf die Haut zunächst mit einem Papiertuch zu entfernen und erst anschließend die Hände zu waschen. Andere Materialien erläutern regionale Entsorgungswege für Altmedikamente in Deutschland oder geben Hinweise zum Umgang mit flüssigen Arzneimittelresten.

Lehrmaterialien für Studium und Weiterbildung

Der Bericht beschreibt außerdem die Entwicklung umfangreicher Lehrmaterialien für Universitäten sowie medizinische und pharmazeutische Fortbildungen. Der Basisfoliensatz umfasst mehr als 70 Folien zu Eintragspfaden, Umweltwirkungen, Risikoabschätzung und Minderungsstrategien bei Humanarzneimitteln. Zusätzlich entstand ein Arbeitsplan zur stärkeren Verankerung des Themas „Arzneimittel und Umwelt“ in Studium, Ausbildung und Weiterbildung. Fachverbände, Lehrende und weitere Akteure waren über Workshops und Begleitgremien an der Ausarbeitung beteiligt.

Projektpartner aus Wissenschaft und Praxis entwickelten Materialien und Kommunikationsangebote

Das Projekt lief von Oktober 2021 bis März 2025 und wurde von einer Projektgemeinschaft aus Ecologic Institut, dem Pharmazeutischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel sowie dem Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein umgesetzt.

Das Ecologic Institut koordinierte die Entwicklung der Informationsplattform, der Kommunikationsmaterialien und der Verbreitungsstrategie. Zudem organisierte das Institut Workshops und Austauschformate mit Fachverbänden, Hochschulen, Apothekerschaft und weiteren Akteuren aus dem Gesundheitswesen. Die wissenschaftlichen Inhalte zu Umweltwirkungen von Arzneistoffen sowie die Lehrmaterialien entstanden in Zusammenarbeit mit den beteiligten pharmazeutischen und toxikologischen Einrichtungen.

Kontakt

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Sprache
Deutsch
Autorenschaft
Clemens Woitaske-Proske (Pharmazeutisches Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel)
Finanzierung
Verlag
Jahr
Umfang
21 S.
ISSN
1862-4804
DOI
Projekt
Projekt-ID
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Arzneimittelrückstände, Medikamentenentsorgung, Humanarzneimittel, Umweltbelastung durch Medikamente, Pharmazie, Medizin, Arzneistoffe im Wasser, Gesundheitswesen, Umweltwirkungen von Arzneimitteln
Deutschland
Informationsplattform, Lehrmaterialien, Wissenschaftskommunikation, Umweltbildung, Stakeholder-Workshop, Risikoabschätzung, Infografiken, Kommunikationsmaterialien