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Bleiben Carbon Farming-Zertifikate ein Ladenhüter?

Bleiben Carbon Farming-Zertifikate ein Ladenhüter?

Publikation
Zitiervorschlag

Scheid, A. (2026): Bleiben Carbon Farming-Zertifikate ein Ladenhüter? ÖkologischesWirtschaften, 41(3), p. 8. https://doi.org/10.14512/OEW410308
 

Mit der Carbon Removals and Carbon Farming-Verordnung (CRCF) hat die EU einen Rahmen für die Zertifizierung von Carbon Farming geschaffen. Doch glaubwürdige Zertifikate allein schaffen noch keine Nachfrage. In einem Beitrag in „Ökologisches Wirtschaften“ zeigt Aaron Scheid vom Ecologic Institut, warum es dafür auch verbindliche Klimaziele für den Agrarsektor braucht.

Ergänzen statt ersetzen

Carbon Farming soll die temporäre Speicherung von Kohlenstoff in natürlichen Ökosystemen wie zum Beispiel auf landwirtschaftlichen Flächen oder die Reduzierung von Bodenemissionen über einen freiwilligen Zertifikatehandel finanzieren. Zertifiziert werden können beispielsweise Maßnahmen zum Aufbau von Bodenkohlenstoff, zur Wiedervernässung von Mooren oder Agroforstsysteme.

Offen bleibt jedoch, wer die Zertifikate kaufen soll. Ohne verbindliche Vorgaben zur Minderung landwirtschaftlicher Treibhausgasemissionen fehlen dafür bislang starke Anreize. Der von der Europäischen Kommission geplante EU-Buyers-Club könnte zwar erste Nachfrage bündeln und Erfahrungen mit dem neuen System ermöglichen. Verbindliche Klimapolitik kann er nach Einschätzung Scheids jedoch nicht ersetzen. Carbon-Farming-Zertifikate sollten daher ergänzen was Standards und Preise anstoßen.

Die EU schafft mit der CRCF-Verordnung einen Rahmen für Carbon-Farming-Zertifikate. Ohne verbindliche Klimaziele für den Agrarsektor könnten die Zertifikate zum Ladenhüter werden

Kontakt

Sprache
Deutsch
Autorenschaft
Veröffentlicht in
ÖkologischesWirtschaften, 3.2026 (41)
Verlag
Jahr
Umfang
1 S.
ISSN
2625-5421 (online)
1430-8800 (print)
DOI
Schlüsselwörter
Carbon Farming, CRCF, Landwirtschaft, Klimaschutz, EU-Klimapolitik, Carbon-Farming-Zertifikate
Europa