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Europe's Selective Blindness on Gas: US LNG and the Limits of Supply Diversification

 
Double chat showing the EU LNG imports from non-EEA countries from 2019 to 2025, in bcm and as share

EU LNG import from non EEA countries in bcm and as %

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© Clingendael, 2026

Europe's Selective Blindness on Gas: US LNG and the Limits of Supply Diversification

Publikation
Zitiervorschlag

Raffaele Piria, Kacper Szulecki, Hannah Lentschig and Louise van Schaik: Europe’s Selective Blindness on Gas: US LNG and the Limits of Supply Diversification. Clingendael, Ecologic Institute, Norwegian Institute of International Affairs, The Hague/Berlin/Oslo, 2026.

Auf der Grundlage einer neuartigen Analyse des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums (EWR, einschließlich Norwegens) zeigt dieses Policy Brief, dass die US-Gasimporte in den EWR im Jahr 2025 stark angestiegen sind. Sie machen inzwischen fast 40 % der gesamten Gasimporte des EWR und nahezu 60 % der LNG-Importe aus. Dieser Trend setzt Europa erhöhtem geopolitischen Druck, Preisvolatilität und dem Risiko gestrandeter Investitionen aus.

Das Europäische Parlament hat kürzlich einer neuen Verordnung zugestimmt, die den Ausstieg aus Gas- und Ölimporten aus Russland vorsieht und sogenannte "nationale Diversifizierungspläne" vorschreibt. Während der Ausstieg aus russischen fossilen Energieträgern strategisch sinnvoll ist, verengt der Rechtsakt den Begriff der Diversifizierung auf die bloße Eliminierung russischer Importe. Nach dieser Logik könnte der Bezug von 100 % des Gases aus einem einzigen anderen Land als Erfolg gewertet werden. Dies ist jedoch keine Diversifizierung, sondern ihr Gegenteil – und ein Scheitern.

Mittel- und langfristig ist die beschleunigte Energiewende der zentrale Weg zu mehr Energiesicherheit in Europa. Dazu gehören der Ausbau heimischer erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung, Energieeffizienz und -suffizienz sowie auf Erneuerbare basierende Grundstoffe. Kurzfristig jedoch bleibt – solange Europa weiterhin auf importierte fossile Energieträger angewiesen ist – eine echte Diversifizierung über Lieferanten, Routen und Energieträger hinweg unerlässlich. Diese muss durch ausreichende Speicher, den Schutz kritischer Infrastrukturen, Solidaritätsmechanismen innerhalb der EU und eine robuste Notfallvorsorge ergänzt werden.

Bei der Neubewertung des Diversifizierungsbegriffs sollte die EU Norwegen als inländischen Lieferanten einstufen, was den wirtschaftlichen und geopolitischen Realitäten entspricht. Dieses Policy Briefing wendet diesen Ansatz erstmals an und bietet damit eine neue und klarere Sicht auf die jüngsten Veränderungen im europäischen Gasversorgungsportfolio.

Kontakt

Sprache
Englisch
Autorenschaft
Veröffentlicht in
Clingendael Policy Brief
Verlag
Jahr
Umfang
13 S.
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Europäische Gasimporte, US-LNG-Exporte nach Europa, Diversifizierung der LNG-Versorgung, Energiesicherheit der EU, Diversifizierung der Gasversorgung in Europa, Ausstieg aus russischem Gas, Abhängigkeit Europas von Gas, Volatilität des LNG-Marktes, geopolitische Risiken im Energiebereich, gestrandete Gasvermögenswerte, Energiewende in der EU, Importe fossiler Brennstoffe nach Europa, Diversifizierung der Energieversorger, Gaspolitik der EU, Strategie zur Energiesicherheit in Europa, Europäische Union, Europäischer Wirtschaftsraum, EWR, transatlantische Energiebeziehungen
Europa, Vereinigte Staaten, USA, Norwegen, Russland
Analyse, EWR-weite Analyse, Analyse von Gasimportdaten, Bewertung des LNG-Importanteils, Analyse des Versorgungsportfolios, Diversifizierungsbewertung, vergleichende Lieferantenklassifizierung, Politikanalyse, Regulierungsanalyse, geopolitische Risikobewertung, Energieversorgungsanalyse