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Ecologic Institut Newsletter Nr. 282 – März 2026

Ecologic Institut Newsletter Nr. 282 – März 2026

Ecologic Institut Newsletter

Veröffentlichungen

Klimaschutz und Klimaanpassung im Agrar- und Ernährungssystem – Bericht

Der Agrar- und Ernährungssektor der EU trägt erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei und ist zugleich stark von Klimarisiken betroffen. Ein Bericht des European Scientific Advisory Board on Climate Change zeigt, dass bestehende Maßnahmen nicht ausreichen und ein systemischer Wandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig ist. Das Ecologic Institut unterstützte die Arbeiten gemeinsam mit Partnern mit Analysen zu Minderungs- und Anpassungsoptionen, zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie zu Instrumenten wie der Bepreisung landwirtschaftlicher Treibhausgasemissionen und zur Vermeidung internationaler Emissionsverlagerungen. Der Bericht liefert konkrete Empfehlungen für eine kohärente EU-Politik, die Klimaschutz und Anpassung im Agrar- und Ernährungssystem besser miteinander verzahnt.  

Ausweitung der Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen und naturbasierten Lösungen in Europa – Bericht

Die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen ist für die Erreichung der Umwelt-, Sozial- und Klimaziele Europas von zentraler Bedeutung. Der MERLIN-Flaggschiffbericht zeigt, wie Renaturierungsmaßnahmen in Europa gezielt priorisiert, Ökosystemleistungen besser bewertet und Finanzierungsquellen diversifiziert werden können. Grundlage ist ein evidenzbasierter Ansatz, der konkrete Orientierung für Planung und Umsetzung bietet.

Diverse Finanzierungsquellen für die Renaturierung in Europa erschließen – Policy Brief

Die Umsetzung der EU-Verordnung zur Renaturierung erfordert zusätzliche und vielfältigere Finanzierungsquellen. Ein Policy Brief des Forschungsprojekts „Green Deal Restoration Horizon“ zeigt, wie öffentliche und private Mittel gezielt kombiniert werden können, um die Renaturierung von Süßgewässern in ganz Europa voranzubringen.

Praxisleitfäden für die Kommunikation naturbasierter Klimaanpassung

Drei neue Leitfäden unterstützen Kommunen dabei, naturbasierte Klimaanpassung verständlich zu kommunizieren und unterschiedliche Zielgruppen besser einzubeziehen. Sie zeigen praxisnah, wie inklusive Öffentlichkeitsarbeit auch schwer erreichbare Gruppen anspricht, wie strategische Pressearbeit die öffentliche Wahrnehmung stärkt und wie Stadtkarten Maßnahmen sichtbar machen und Beteiligung fördern.

Rückblick: Präsentationen und Veranstaltungen

Persönlichkeitsrecht für Meereis?

Interview: Arne Riedel

Die Idee, der Natur eigene Rechte zu geben, gewinnt weltweit an Bedeutung. In einigen Ländern besitzen bereits Flüsse, Wälder oder Lagunen einen eigenen rechtlichen Status, um ihre Ökosysteme besser zu schützen – auch für die Arktis wird über solche Ansätze diskutiert. Im Wissenschaftsteil der FAZ sprach Arne Riedel, Jurist und Experte für Arktis-Governance, über aktuelle Debatten zum Schutz des arktischen Meereises.

Die Plastikpiraten auf der ECSA 2026

Vortrag und Podiumsdiskussion: Doris Knoblauch

Auf der Konferenz der European Citizen Science Association (ECSA) 2026 in Oulu stellte Doris Knoblauch Ergebnisse aus dem Projekt „Plastic Pirates – Deutsche Küste“ vor. Im Fokus standen Erfahrungen aus der langjährigen Citizen-Science-Kampagne sowie erste Erkenntnisse aus Fokusgruppen mit teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. Die Beiträge zeigen, wie Citizen Science zur Erforschung von Plastikverschmutzung beiträgt und das Umweltbewusstsein junger Menschen stärkt.

Lernen durch Mitforschen bei den Plastikpiraten

Vortrag: Mandy Hinzmann

Beim 18. Klett-Symposium Geographie stellte Mandy Hinzmann das Citizen-Science-Projekt „Plastic Pirates – Deutsche Küste“ vor. Im Fokus stand, wie Jugendliche Plastikmüll an Gewässern wissenschaftlich untersuchen und welche Erkenntnisse sich aus den von Schüler:innen erhobenen Daten ableiten lassen. 

Welche Politikinstrumente helfen Städten bei der Umsetzung naturbasierter Lösungen?

Vortrag: Doris Knoblauch

Beim Deutschen Naturschutztag in Berlin präsentierte Doris Knoblauch den Urban Governance Atlas, der im EU-Projekt INTERLACE entwickelt wurde. Die Sammlung bietet einen Überblick über Governance- und Politikinstrumente, mit denen Städte naturbasierte Lösungen für Klimaanpassung und Biodiversität praktisch umsetzen können.

Nächste Schritte für die „EU Blue Parks Initiative“ – Workshop

Beim 6. EU Blue Parks Community Workshop während der European Ocean Days kamen über 100 Vertreter:innen aus Politik, Forschung, Behörden und Zivilgesellschaft zusammen, um Fortschritte beim Meeresschutz in Europa zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der EU Blue Parks Initiative und der Beitrag zum 30/30-Ziel.

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Clean Industrial Deal auf dem Prüfstand – Online-Briefing

Am 24. März 2026 stellt das European Climate Neutrality Observatory (ECNO) den neuen Clean Industrial Transition Monitor vor. Das Online-Briefing beleuchtet, ob die aktuelle EU-Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche industrielle Transformation in Richtung Klimaneutralität schafft. Interessierte können sich für die Veranstaltung anmelden, um Einblicke in die zentralen Ergebnisse des Monitors zu erhalten und zu diskutieren, welche politischen Schritte für eine klimaneutrale Industrie in Europa erforderlich sind.

News

Historische Schätze für den Meeresschutz von morgen

Wie sahen die Ökosysteme von Nord- und Ostsee vor über 100 Jahren aus? Um dieser Frage nachzugehen, besuchte das Projektteam des Ecologic Instituts im Februar 2026 das Museum für Naturkunde Berlin. Der Besuch war Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Die deutsche Nord- und Ostsee vor über 100 Jahren“. Historische Präparate, handschriftliche Inventarbücher und wissenschaftliche Sammlungen eröffneten neue Perspektiven auf die marine Vergangenheit – und liefern wertvolle Erkenntnisse für den heutigen Meeresschutz.

Gründer des Ecologic Instituts zum ersten Vorsitzenden von RISE UP for the Ocean gewählt

RISE UP for the Ocean ist ein globales Netzwerk, das zivilgesellschaftliche Initiativen mit internationalen Entscheidungsprozessen verbindet. R. Andreas Kraemer wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Das Netzwerk setzt sich für eine ambitionierte Meerespolitik ein – unter anderem für das BBNJ-Abkommen, nachhaltige Kleinfischerei, den Schutz der Tiefsee und ozeanbasierte Klimaschutzmaßnahmen.