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Arktische Gewässer sind mit sich schnell verändernden Umweltbedingungen konfrontiert, die verbesserte und anpassungsfähige Managementinstrumente zum Schutz ihrer hochspezialisierten Ökosysteme erfordern werden. Gemeinsam mit dem Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) erforscht das Ecologic Institut im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMUV) mögliche neue Dynamiken für den Schutz und das adaptive Management arktischer Gewässer aus verschiedenen Blickwinkeln.
Das Teilprojekt DynARC – Recht/Indikatoren – wird vom Ecologic Institut geleitet und verfolgt zwei Ziele: die Analyse und Darstellung möglicher Implikationen eines neuen internationalen Abkommens für dynamischen Schutz und adaptives Management im Arktischen Ozean sowie die Entwicklung von Indikatoren zur Bewertung des Erfolgs der (lokalen) Umsetzung.
Im ersten Arbeitspaket wird das Ecologic Institut die Entwicklung des UN-Seerechtsübereinkommens über die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der marinen biologischen Vielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsbefugnisse (BBNJ-Abkommen), seine potenziellen Verbindungen zur marinen Arktis und seine wichtigsten Bestimmungen zu gebietsbezogenen Managementinstrumenten, Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie zum Kapazitätsaufbau untersuchen und rechtliche Herausforderungen für das adaptive Management und Möglichkeiten zu deren Überwindung aufzeigen.
WP2 entwickelt und erprobt praxisnahe, lokal verankerte Ansätze für dynamischen Schutz und eine adaptive, nachhaltige Nutzung arktischer Meeresräume im Rahmen von Ko-Management und gemeinschaftsbasierter Governance – mit dem Ziel, eng mit indigenen Rechteinhaber:innen und lokalen Akteur:innen zusammenzuarbeiten. Im Mittelpunkt steht, Entscheidungen auch bei schnellen Umweltveränderungen handlungsfähig, akzeptiert und wirksam zu halten, indem an lokale Praxis und Wissenssysteme angeknüpft und diese mit relevanter wissenschaftlicher Evidenz und Monitoring verbunden werden. WP2 arbeitet dafür mit einem indikatorbasierten Ansatz: Partner entwickeln gemeinsam praxistaugliche Wege, Veränderungen zu beobachten und besser zu verstehen, was unter neuen Bedingungen "gute" und tragfähige Stewardship ausmacht. Konkret geschieht das über die gemeinsame Entwicklung umsetzbarer Indikatoren und das Erproben einfacher Entscheidungshilfen, die zeitnahe Anpassungen im Management unterstützen. Insgesamt stärkt WP2 gemeinsames Lernen, bessere Entscheidungen und Transparenz für langfristige Resilienz und Biodiversitätsschutz und kann gemeinsam mit WP1 zur Entwicklung eines Dynamic Management Evaluation System beitragen, mit dem Vorschläge für dynamische Meeresschutzgebiete auf rechtliche Umsetzbarkeit sowie ökologische und Governance-bezogene Wirksamkeit und Anpassungsfähigkeit geprüft werden – orientiert an den Bedürfnissen der Rechteinhaber:innen und den Biodiversitätsanforderungen arktischer Meeresräume.