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Transatlantischer Austausch zu naturbasierten Lösungen in städtischen und ländlichen Räumen

© Ecologic Institute, 2026

Transatlantischer Austausch zu naturbasierten Lösungen in städtischen und ländlichen Räumen

Naturbasierte Lösungen in Planung und Politik verankern

Präsentation
Datum
Ort
Berlin, Deutschland
Vortrag

Am 15. Juni 2026 kamen in Berlin Fachleute aus Deutschland und den USA zum Workshop „Nature-based Solutions in Urban and Rural Contexts in the United States and Germany“ zusammen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) und dem German-American Nature-Based Solutions Exchange (GANBASE) organisiert und fand im Haus der Demokratie statt.

Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Zivilgesellschaft tauschten sich darüber aus, wie naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions, NbS) unter unterschiedlichen politischen, ökologischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden können. Für das Ecologic Institut nahm McKenna Davis, Senior Fellow und Koordinatorin für Nature-based Solutions, mit einem Vortrag zum Thema „Mainstreaming Nature-Based Solutions in Urban Governance and Planning“ teil. Ebenfalls vertreten waren die ehemaligen Ecologic-Mitarbeitenden Sandra Naumann, heute Chief Biodiversity Officer des Landes Berlin, sowie Prof. Dr. Ulf Stein.

Der Workshop fand im Rahmen des transatlantischen Austauschprogramms GANBASE statt, das vom ehemaligen Ecologic-Mitarbeiter Max Gruenig geleitet wird. GANBASE bringt Akteur:innen aus Deutschland und den USA zusammen, die sich mit Naturschutz, Umweltschutz und naturbasierten Lösungen befassen. Ziel des Programms ist es, Forschungsergebnisse, Praxisbeispiele und Leuchtturmprojekte auszutauschen sowie Wege aufzuzeigen, wie naturbasierte Lösungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene stärker in politische und planerische Prozesse integriert werden können.

Naturbasierte Lösungen als Standard etablieren

Im Mittelpunkt des Workshops standen naturbasierte Lösungen als Instrumente für Klimaanpassung, Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. In drei thematischen Sitzungen diskutierten die Teilnehmenden, wie NbS Städte und Regionen dabei unterstützen können, den Folgen von Hitze, Überschwemmungen, Biodiversitätsverlust, Infrastrukturbelastungen und sozialer Verwundbarkeit wirksam zu begegnen.

Die erste Sitzung widmete sich den Themen Resilienz und Klimaanpassung. Diskutiert wurde, in welchen Bereichen naturbasierte Lösungen Infrastruktur und Menschen schützen können und wo weiterhin technische („graue“) Infrastruktur erforderlich bleibt. Vorgestellt wurden unter anderem Beispiele aus der Berliner Schwammstadt-Strategie, Projekte zur Offenlegung von Gewässern in New York City, Ansätze des Urban Environmental Acupuncture sowie Urban Rewilding als multifunktionaler Beitrag zu resilienten und inklusiven Städten.

Die zweite Sitzung befasste sich mit dem Zusammenspiel von Biodiversitätsschutz und Klimaschutz. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, Synergien zwischen beiden Politikfeldern besser zu nutzen und Zielkonflikte frühzeitig zu erkennen und zu adressieren.

Die dritte Sitzung betrachtete naturbasierte Lösungen aus sozioökonomischer Perspektive. Diskutiert wurde, wie NbS gesellschaftliche und wirtschaftliche Mehrwerte schaffen können und gleichzeitig Herausforderungen wie begrenzte finanzielle Ressourcen, Umsetzungshemmnisse und die öffentliche Akzeptanz bewältigt werden können.

Über alle Themen hinweg wurde deutlich, dass naturbasierte Lösungen nicht allein als ökologische Maßnahmen verstanden werden dürfen. Ihre erfolgreiche Umsetzung hängt ebenso von Fragen der Governance, Beteiligung und Gerechtigkeit ab. Entscheidend ist, wer von Maßnahmen profitiert, wer an Planungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt wird, wer die Kosten trägt und welche Bevölkerungsgruppen möglicherweise ausgeschlossen bleiben. Dies gilt insbesondere dort, wo naturbasierte Lösungen mit Flächennutzung, Wohnungsbau, Infrastrukturplanung, öffentlichen Räumen, kultureller Identität und lokalen Lebensgrundlagen verknüpft sind.

Naturbasierte Lösungen dauerhaft in Planung und Politik verankern

In ihrem Vortrag stellte McKenna Davis Ergebnisse aus dem Urban Governance Atlas, dem Projekt „Natürlich Klimaanpassung!“ sowie ihrem Bericht für die Europäische Kommission zur gemeinsamen Entwicklung inklusiver naturbasierter Lösungen vor. Sie machte deutlich, dass naturbasierte Lösungen heute längst kein Nischenthema mehr sind und ihre Wirksamkeit durch eine wachsende wissenschaftliche Evidenz belegt wird. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, sie dauerhaft in kommunalen Planungs- und Entscheidungsprozessen zu verankern.

Auf Grundlage von mehr als 250 Politik- und Governance-Instrumenten aus 41 Ländern, die im Urban Governance Atlas dokumentiert sind, identifizierte sie vier zentrale Hebel für eine erfolgreiche Umsetzung naturbasierter Lösungen: Koordination, Beteiligung, Lernen und Institutionalisierung. Anhand deutscher Beispiele zeigte sie auf, wie Kommunen und Regionen strategische Rahmenwerke, partizipative Verfahren, Monitoring-Systeme, regulatorische Instrumente und finanzielle Anreize nutzen, um naturbasierte Lösungen systematisch voranzubringen.

Eine zentrale Erkenntnis ihres Vortrags lautet: Es gibt kein universelles Governance-Modell für naturbasierte Lösungen. Erfolgreiche Umsetzung erfordert vielmehr passgenaue politische Instrumente, leistungsfähige kommunale Strukturen, eine enge Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung.

Sowohl in Deutschland als auch in den USA zeigt sich: Naturbasierte Lösungen entfalten ihr Potenzial nur durch inklusive Governance, starke Partnerschaften und ihre langfristige Verankerung in Planung und Politik.

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Veranstaltung
veranstaltet von
Vortrag
Datum
Ort
Berlin, Deutschland
Sprache
Englisch
Projekt
Projekt-ID
Schlüsselwörter
Steuerung naturbasierter Lösungen, städtische Resilienz, nachhaltige Stadtplanung, ökosystembasierte Anpassung, klimaresiliente Städte, städtische Biodiversität, resiliente Infrastruktur, nachhaltige Raumplanung, naturpositive Städte, städtische Ökosystemleistungen, Planung der Klimaanpassung, Umweltpolitik, partizipative Stadtplanung, integrierte Stadtentwicklung, städtische Nachhaltigkeit, Wiederherstellung von Ökosystemen, Steuerung der Klimaresilienz, nachhaltige Stadtentwicklung, politische Integration naturbasierter Lösungen
Deutschland, Vereinigte Staaten, Europa, Nordamerika
transatlantische Zusammenarbeit, deutsch-amerikanischer Austausch, grenzüberschreitende Umweltzusammenarbeit, transatlantischer politischer Dialog, transatlantischer Wissensaustausch, Bestandsaufnahme politischer Instrumente, vergleichende Politikanalyse, Co-Creation-Ansätze, partizipative Planung, Überwachungssysteme, strategische politische Rahmenbedingungen, Regulierungsinstrumente, finanzielle Anreizmechanismen, sektorübergreifende Zusammenarbeit, Analyse von Steuerungshebeln, evidenzbasierte Politikgestaltung, Wissensaustausch, Mainstreaming politischer Maßnahmen, institutionelle Analyse, Austausch zwischen verschiedenen Interessengruppen