Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU durch eine effektivere Energiewende
Ariadne-Hintergrund
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Simon Feindt, Matthias Duwe, Nikolas Messerschmidt, Michael Pahle, Darius Sultani u. a. (2026): Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU durch eine effektivere Energiewende – Zusammenfassung. Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam. DOI: 10.48485/pik.2026.23
Geopolitische Spannungen, volatile Energiemärkte und der Fokus auf strategische Autonomie haben die industrielle Wettbewerbsfähigkeit an die Spitze der politischen Agenda gerückt. Die Gestaltung der europäischen Klimapolitik erfordert daher eine enge Abstimmung zwischen Emissionsminderung, Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. In einem Hintergrundpapier fassen Ariadne-Forschende zusammen, wie Governance, Finanzierung, Industrietransformation, EU-Emissionshandel und Energieinfrastruktur weiterentwickelt werden müssen, um Dekarbonisierung, wirtschaftliche Resilienz und gesellschaftliche Unterstützung zugleich zu sichern.
Die Autorinnen und Autoren – unter anderem vom Ecologic Institut, dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und der Universität Stuttgart – identifizieren zunächst den klima- und energiepolitischen Governance-Rahmen als einen kritischen Aspekt der Energiewende. Das wachsende Regelungsdickicht sollte gelichtet und die Transformation effizienter gesteuert werden, ohne die Steuerungsfunktion des Klimarechts zu schwächen. Da sich die Vorteile der Vorabinvestitionen für private Haushalte erst zeitverzögert einstellen, bedarf es gezielter Entlastung, wobei genug finanzieller Raum für staatliche Investitionen in risikoreiche Schlüsseltechnologien bleiben sollte. Flankiert werden sollte dies durch eine geopolitisch durchdachte Industriepolitik, die auf dem CO₂-Preis aufbaut, aber darüber hinausgeht, unter anderem mit vorsichtig abgewogener staatlicher Risikoübernahme und resilienter Rohstoffversorgung für die Clean-Tech-Strategie. Der europäische Emissionshandel bleibt das Kerninstrument, benötigt jedoch ein ausgewogenes Design unter Beachtung von Wechselwirkungen zentraler Elemente. Dazu zählen die Marktstabilitätsreserve, der lineare Reduktionsfaktor und die potenzielle Integration internationaler Gutschriften sowie Nachbesserungen beim CO₂-Grenzausgleich, um Wettbewerbsnachteile für Exporteure zu beheben und Schlupflöcher zu schließen.
Darüber hinaus ist der zügige Aufbau einer integrierten, europäischen Energieinfrastruktur für das Erreichen der Klimaneutralität erforderlich. Derzeit wird die Umsetzung der EU-Vorgaben durch fragmentierte nationale Planungs- und Genehmigungsverfahren gehemmt, was zu rechtlichen Unsicherheiten führt. Ohne gesetzliche Klarstellungen sowie eine engere Abstimmung nationaler und EU-Planungen drohen ineffiziente Investitionen, die Europa im globalen Wettbewerb zurückwerfen könnten.