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Entwurf des ersten Nationalen Wiederherstellungsplans

Entwurf des ersten Nationalen Wiederherstellungsplans

Öffentlichkeitsbeteiligung ab April 2026

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Datum
Ort
Berlin, Deutschland

Die Entwicklung des nationalen Wiederherstellungsplans (NWP) ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (EU 2024/1991). Diese verpflichtet alle Mitgliedstaaten, konkrete Maßnahmen zu planen und umzusetzen, um geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen und den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Das Ecologic Institut leitet das Unterstützungsvorhaben, welches das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fachlich und administrativ bei der Erstellung des ersten Entwurfs des NWPs begleitet.  

Öffentlichkeitsbeteiligung startet

Um die Umsetzung der Ziele der Wiederherstellungsverordnung wirksam und nachhaltig zu gestalten, setzt Deutschland auf eine breite Einbindung aller relevanten Akteure und der gesamten Öffentlichkeit. Die Beteiligung ist nicht nur eine formale Anforderung der EU-Verordnung, sondern entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Wiederherstellungsmaßnahmen. Sie soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit und die Chancen der Wiederherstellung stärken und sicherstellen, dass Erfahrungen, lokales Wissen und unterschiedliche Perspektiven in die Planung einfließen. Nur so können praxisnahe Lösungen entstehen, die fachlich fundiert und gesellschaftlich mitgetragen werden.

Nach einer ersten Online-Beteiligungsphase im Herbst 2025 startet nun die öffentliche Konsultation zum ersten Entwurf des NWPs. Vom 25. April bis zum 25. Juni 2026 sind Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Forschungseinrichtungen, Verbände sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz eingeladen, ihre Anregungen und Einschätzungen einzubringen.  

Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die fachlich fundiert, praxisnah und gesellschaftlich tragfähig sind. Die eingehenden Rückmeldungen sollen sorgfältig ausgewertet werden und in die weitere Ausarbeitung des Plans einfließen.

Neben der Online-Beteiligung haben bundesweit bereits verschiedene Dialogformate zu den einzelnen Lebensräumen wie Agrarlandschaften, Wäldern, Fließgewässern und urbanen Räumen stattgefunden. Durch Fachgespräche, Informations- und Beteiligungsveranstaltungen wurde der direkte Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit gefördert.  

Alle Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des BMUKN: Nationaler Wiederherstellungsplan für die Natur in Deutschland.

Rolle des Ecologic Instituts bei der Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung

Das Ecologic Institut bringt sich auf vielfältige Weise in die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung und die Entwicklung des nationalen Wiederherstellungsplans ein.  

Im Vorhaben „Unterstützung bei der nationalen Umsetzung der Ziele zur Wiederherstellung der Natur“ erarbeitet das Ecologic Institut gemeinsam mit Partnern unter anderem fachliche Grundlagen für den nationalen Wiederherstellungsplan. Dazu gehören insbesondere

  • eine systematische Maßnahmenliste für terrestrische Ökosysteme,
  • eine Arbeitshilfe zur Ermittlung von Potenzialflächen sowie 
  • die Aufbereitung und Analyse relevanter Datengrundlagen, Materialien und Textentwürfe.

Ergänzend dazu leitet das Ecologic Institut ein weiteres Vorhaben zur Entwicklung eines nationalen Evaluationskonzeptes für Wiederherstellungsmaßnahmen. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Maßnahmen systematisch bewerten zu können und damit eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Wiederherstellungsziele zu schaffen.

Ferner engagiert sich Ecologic auch über Deutschland hinaus in der fachlichen und politischen Weiterentwicklung der Wiederherstellungsverordnung. So wurden im Rahmen eines internationalen Workshops zur Umsetzung der Verordnung im Alpenraum gemeinsam mit Vertreter:innen aus mehreren Ländern Ansätze für eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit entwickelt. Die Ergebnisse fließen in nationale und internationale Planungsprozesse ein.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem europäischen Austausch zu spezifischen Themen der Umsetzung, etwa im Bereich urbaner Ökosysteme. So findet am 5. und 6. Mai 2026 in Bonn ein europäischer Networking-Workshop zur Stadtnatur statt, der vom Bundesamt für Naturschutz mit Unterstützung des Ecologic Instituts organisiert und durchgeführt wird. Der Workshop bringt zentrale Akteurinnen und Akteure aus ganz Europa – darunter nationale Behörden, Städte, Wissenschaft, EU-Institutionen sowie relevante Netzwerke – in einem interaktiven, teilnehmendengetriebenen Format zusammen. Ziel ist es, durch Peer-Learning und länderübergreifenden Dialog praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln und den Aufbau langfristiger Kooperationen zur Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung und zum Schutz der urbanen Natur zu stärken.

Auch auf europäischer Ebene bringt sich das Institut aktiv ein, unter anderem durch Arbeiten im Rahmen des European Topic Centre on Biodiversity and Ecosystems (ETC-BE), durch Arbeiten für die Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (Compilation of Existing Guidance on Ecosystem Restoration), als Expert:innen in Netzwerken (z. B.: BiodivRestore Knowledge Hubs und Biodiversity Bridge) sowie durch andere Formate wie Policy Briefs und Podcasts. Damit trägt Ecologic dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Prozesse und praktische Umsetzung stärker miteinander zu verzahnen und die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung sowohl national als auch europäisch zu unterstützen. 

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