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Auf dem Weg zu naturpositiven Finanzströmen

© Ecologic Institut, 2026

Auf dem Weg zu naturpositiven Finanzströmen

Ecologic Institut beim Biodiversa+-Expertenworkshop

Veranstaltung
Datum
Ort
Paris, Frankreich

Am 10. Juni 2026 beteiligte sich das Ecologic Institut als eingeladener Experte am Biodiversa+-Workshop „Toward Nature-Positive Finance: Scientific Foundations for Action“ und brachte wissenschaftliche Perspektiven in das sich weiterentwickelnde Feld der biodiversitätsfördernden Finanzierung ein. Die Veranstaltung richtete sich an geladene Teilnehmende und versammelte Vertreterinnen und Vertreter von Zentralbanken, Finanzinstituten, Investoren, der Europäischen Kommission, Unternehmensallianzen sowie der Forschungsgemeinschaft. Ziel war es, zu untersuchen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und neue methodische Ansätze dazu beitragen können, naturbezogene Risiken zu identifizieren und zu bewerten, Entscheidungsprozesse zu unterstützen und Finanzströme stärker auf biodiversitätsfördernde Ergebnisse auszurichten.

Im Rahmen des Workshops organisierten Teresa Spantzel und Dr. Benjamin Kupilas vom Ecologic Institut eine eigene Sitzung zur EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Regulation, NRR). Im Mittelpunkt stand die Herausforderung, eine langfristige Finanzierung für die großflächige Wiederherstellung von Ökosystemen sicherzustellen. Dabei wurden die engen Wechselwirkungen zwischen Natur, Wirtschaft und gesellschaftlichem Wohlergehen hervorgehoben. Die Teilnehmenden diskutierten die Notwendigkeit eines Übergangs zu einer naturpositiven Wirtschaft, die Umweltbelastungen reduziert und zugleich aktiv zur Verbesserung des Zustands der Natur beiträgt. Diese Zielsetzung wird unter anderem im Rahmen des von Horizon Europe geförderten Projekts GoNaturePositive! verfolgt, an dem das Ecologic Institut als Projektpartner beteiligt ist.

Die Wiederherstellung von Ökosystemen bildet eine zentrale Grundlage für eine naturpositive Wirtschaft und spiegelt sich sowohl in der NRR als auch in der Ausarbeitung der Nationalen Wiederherstellungspläne (National Restoration Plans, NRPs) wider. Die Umsetzung der darin vorgesehenen Maßnahmen wird maßgeblich von langfristigen, verlässlichen und glaubwürdigen Finanzierungsmechanismen abhängen, die die Durchführung über mehrere Jahrzehnte hinweg unterstützen können. Angesichts zunehmender Belastungen öffentlicher Haushalte gewinnt die Mobilisierung privaten Kapitals für die Finanzierung von Wiederherstellungsmaßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Ein besonderer Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung des Biodiversa+-Policy Briefs „Enabling Public-Private Partnerships (PPPs) to Finance EU Nature Restoration“, an dem Dr. Benjamin Kupilas über den BiodivRestore Knowledge Hub als Mitautor beteiligt war. Das Papier untersucht die Rolle öffentlich-privater Partnerschaften (Public-Private Partnerships, PPPs) bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur in Europa und formuliert Empfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die an der Umsetzung der NRR und der Entwicklung der Nationalen Wiederherstellungspläne beteiligt sind. Hervorgehoben wird insbesondere die Bedeutung geeigneter Rahmenbedingungen, darunter klare regulatorische Vorgaben, langfristige Vertragsmodelle, glaubwürdige Monitoring-Systeme sowie Mechanismen zur Risikoteilung, um Wiederherstellungsfinanzierung wirksamer und besser skalierbar zu gestalten.

Darüber hinaus befasste sich der Workshop mit Biodiversitätsgutschriften (Nature Credits) als einem aufkommenden naturbezogenen Finanzierungsinstrument. McKenna Davis beteiligte sich an den Diskussionen und brachte ihre Expertise zu den Voraussetzungen ein, unter denen solche Instrumente glaubwürdig und wirksam zum Schutz und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt beitragen können. Die Teilnehmenden betonten zudem die Bedeutung, sowohl aus den Erfolgen als auch aus den Schwächen bestehender Kohlenstoffmärkte zu lernen. Dazu zählen insbesondere robuste Governance-Strukturen, transparente Methoden, verlässliche Monitoring-, Berichts- und Verifizierungssysteme sowie klare Ansätze zum Nachweis der Zusätzlichkeit und zur Sicherstellung langfristiger Biodiversitätseffekte.

Die Beiträge des Ecologic Instituts zum Workshop stützen sich auf umfangreiche Forschungsarbeiten zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Nature Restoration Regulation. Dazu gehören Analysen zu den potenziellen Kosten der NRR, die Unterstützung bei der Erarbeitung des deutschen Nationalen Wiederherstellungsplans, Arbeiten zur Verbesserung der Abstimmung von Wiederherstellungsmaßnahmen im Alpenraum sowie Untersuchungen zu den Möglichkeiten europäischer Förderprogramme. Durch sein Engagement stärkt das Ecologic Institut weiterhin die Verbindungen zwischen Wissenschaft, Politik und Finanzsektor und unterstützt damit die Erreichung der europäischen Biodiversitätsziele sowie die wirksame Umsetzung der Nature Restoration Regulation.

Zum Abschluss des Workshops diskutierten die Teilnehmenden eine gemeinsame Erklärung zum Thema „Nature-related risks: from scientific evidence to financial decision-making“. Darin bekräftigten die beteiligten Institutionen ihr gemeinsames Ziel, den Übergang zu einer naturpositiven Finanzierung zu beschleunigen, Finanzströme stärker an Biodiversitätszielen auszurichten und die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse in politischen und finanziellen Entscheidungsprozessen weiter zu stärken.

Die Transformation zu naturpositiven Finanzsystemen erfordert belastbare wissenschaftliche Grundlagen, aussagekräftige Biodiversitätsindikatoren und eine systematische Berücksichtigung naturbezogener Risiken in Finanz- und Investitionsentscheidungen.

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veranstaltet von
Partner
Team
Datum
Ort
Paris, Frankreich
Sprache
Englisch
Projekt
Projekt-ID
Schlüsselwörter
naturfreundliche Finanzwirtschaft, Biodiversitätsfinanzierung, naturbezogene Risiken, Verlust der biologischen Vielfalt, Ökosystemleistungen, nachhaltige Finanzwirtschaft, Wiederherstellung der biologischen Vielfalt, Naturkapital, Biodiversitätspolitik, Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Finanzwirtschaft
Europa
Risikobewertung im Zusammenhang mit der Natur, Umweltbilanzierung, Biodiversitätsbilanzierung, Biodiversitätsmodellierung, Szenarioanalyse, Biodiversitätsindikatoren, methodische Validierung, Einbindung von Interessengruppen, Einbeziehung indigenen Wissens, Instrumente zur Entscheidungsunterstützung