Bild von Henning Westerkamp auf Pixabay, Cover: Umweltbundesamt, 2026
MEER:STARK – Meeresentlastung und Resilienzstärkung
Sektorübergreifende Transformation, Anpassung, Revitalisierung und Klimaschutz für Nord- und Ostsee
- Publikation
- Zitiervorschlag
Stelljes, N., Fuchs, G., Kroos, F., Haase, F., Martinez, G., & Maguire, C. (2026). MEER:STARK – Meeresentlastung und Resilienzstärkung: Sektorübergreifende Transformation, Anpassung, Revitalisierung und Klimaschutz für Nord- und Ostsee. Umweltbundesamt. https://doi.org/10.60810/openumwelt-8297
Die Auswirkungen des Klimawandels stellen Nord- und Ostsee vor wachsende Herausforderungen. Gleichzeitig beeinträchtigen anthropogene Belastungen wie Nährstoffeinträge, Nutzungsdruck und Lebensraumverluste die ökologische Stabilität der Meeresökosysteme. Das Forschungsprojekt MEER:STARK untersuchte die Wechselwirkungen zwischen Meeresnaturschutz, Klimaanpassung und menschlichen Einflüssen, um sektorübergreifende Lösungsansätze für einen wirksameren Schutz mariner Lebensräume zu entwickeln. Grundlage waren umfassende Literaturanalysen sowie Fachdialoge mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.
Ökologische Renaturierung und adaptive Planung als zentrale Strategien
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass insbesondere ökologische Renaturierungsmaßnahmen, adaptive Raumplanung und eine kohärente Governance wichtige Voraussetzungen für die Verbindung von Meeresschutz und Klimaanpassung sind. Die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume kann die Widerstandsfähigkeit mariner Ökosysteme gegenüber klimatischen Veränderungen erhöhen und gleichzeitig wichtige Ökosystemleistungen sichern. Eine flexible Raumplanung ermöglicht es zudem, auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren und Nutzungskonflikte frühzeitig zu berücksichtigen. Ergänzend wurde die Bedeutung einer abgestimmten Steuerung zwischen verschiedenen Politik- und Verwaltungsebenen hervorgehoben.
Eutrophierung: Umsetzung bestehender Richtlinien verbessern
Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der Eutrophierung, die weiterhin zu den zentralen Belastungsfaktoren für Nord- und Ostsee zählt. Der Fachdialog verdeutlichte, dass die bestehenden rechtlichen Instrumente, darunter die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und die Nitratrichtlinie, grundsätzlich geeignete Rahmenbedingungen bieten. Für eine wirksame Umsetzung sind jedoch eine bessere Abstimmung zwischen den zuständigen Institutionen sowie eine frühzeitige Einbindung relevanter Interessengruppen erforderlich. Dies betrifft insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Umweltverwaltung, Landwirtschaft, Küstenschutz und weiteren betroffenen Sektoren.
Naturbasierter Küstenschutz und wirksame Schutzgebiete stärken
Im Rahmen eines Workshops zum naturbasierten Küstenschutz wurde die Bedeutung natürlicher Küstenökosysteme für die Anpassung an den Klimawandel hervorgehoben. Seegraswiesen, Salzwiesen und biogene Riffe können Küsten vor Erosion schützen, Kohlenstoff speichern und die biologische Vielfalt fördern. Die Teilnehmenden betonten, dass solche Maßnahmen stärker in Planungs- und Entscheidungsprozesse integriert sowie durch langfristige Finanzierungs- und Managementstrukturen unterstützt werden sollten. Gleichzeitig zeigte die Analyse mariner Schutzgebiete, dass viele bestehende Schutzflächen ihre Schutzziele bislang nur eingeschränkt erreichen. Effektive Schutzgebiete benötigen ein dynamisches Management, sektorübergreifende Steuerungsansätze und eine aktive Beteiligung relevanter Akteure.
Integrativer Rahmen für resiliente Meeresökosysteme
Mit seinen Ergebnissen liefert MEER:STARK einen praxisorientierten Rahmen für die Verknüpfung von Meeresschutz und Klimaanpassung. Die entwickelten Handlungsempfehlungen zeigen Wege auf, wie die Resilienz von Nord- und Ostsee gegenüber den Folgen des Klimawandels gestärkt werden kann. Dabei wird deutlich, dass langfristiger Erfolg vor allem durch die Kombination ökologischer, planerischer und politischer Maßnahmen erreicht werden kann. Die Ergebnisse bieten Entscheidungsträgern eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Meerespolitik.
MEER:STARK untersuchte die Zusammenhänge zwischen anthropogenen Belastungen, Meeresnaturschutz und Klimaanpassung in Nord- und Ostsee. Ziel des Projekts war die Entwicklung sektorübergreifender Handlungsempfehlungen für eine klimaresiliente und wirksame Meerespolitik. Die Arbeiten basierten auf Literaturstudien, Fachdialogen und Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis.