© Ariadne project, 2026
Die Grand Challenges der Energiewende
Sechs Jahre Energiewendeforschung: Bilanz und Perspektiven
- Publikation
- Zitiervorschlag
Schenk, Ann-Katrin et al. (2026): Die Grand Challenges der Energiewende. Sechs Jahre Energiewendeforschung: Bilanz und Perspektiven. Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam. https://doi.org/10.48485/pik.2026.27
Wie müssen Stromversorgung, Infrastruktur, Industrie und soziale Lastenverteilung ineinandergreifen, damit die Energiewende gelingt? Der Abschlussbericht „Die Grand Challenges der Energiewende“ bündelt Erkenntnisse aus sechs Jahren Forschung des Kopernikus-Projekts Ariadne. Er identifiziert neun zentrale Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität und zeigt, wie technische Lösungen, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Unterstützung zusammenwirken müssen.
Europäische Klimapolitik zwischen Versorgungssicherheit und Klimaneutralität
Das Kapitel „EU: Energiesicherheit, Klimaneutralität und (De-)Globalisierung“ betrachtet die europäischen Rahmenbedingungen der Transformation. Die Autorinnen und Autoren, darunter Matthias Duwe und Nick Evans, untersuchen, wie die EU ihre langfristigen Klimaziele mit Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und industrieller Wettbewerbsfähigkeit verbinden kann. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung des Emissionshandels, soziale Verteilungsfragen und die institutionellen Rahmenbedingungen für die Zeit nach 2030.
Zu den vorgestellten Arbeiten gehört eine Analyse von Evans und Duwe zu effizienterer Planung, Berichterstattung und Fortschrittskontrolle in der EU-Klimapolitik. Sie entwickelt Optionen, wie sich administrative Prozesse vereinfachen und zugleich die Umsetzung der Klimaziele unterstützen lassen. Das Kapitel verbindet diese Governance-Fragen mit der Gestaltung politischer Instrumente und internationalen Klimakooperationen unter veränderten geopolitischen Bedingungen.
Forschung im gesellschaftlichen Dialog
Der Bericht verbindet technische und ökonomische Analysen mit Erfahrungen aus dem gesellschaftlichen Dialog. Seit 2020 beteiligte Ariadne mehr als 300 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger an Dialogformaten. Ihre Bewertungen und Erfahrungen flossen zusammen mit Perspektiven aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in den Forschungsprozess ein. Damit wurde auch untersucht, welche Maßnahmen aus welchen Gründen Unterstützung finden und wo gesellschaftliche Kompromissräume bestehen.
Bilanz und Perspektiven
Der im Oktober 2026 veröffentlichte Abschlussbericht entstand im Ariadne-Verbund von 26 Forschungsinstituten. Seine neun ausgewählten Herausforderungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie verdichten die Forschungsbilanz und markieren zugleich Aufgaben für die weitere Forschung von der Integration erneuerbarer Energien über die Finanzierung der Transformation bis zur langfristigen gesellschaftlichen Unterstützung.